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Rostock-Stadtweide 558 kHz

Der Sender stand ursprünglich in einer stillgelegten Kiesgrube bei Rostock-Diedrichshagen ca. 100 m von der Ostsee entfernt. Er zog erst während der siebziger Jahre an den Standort Stadtweide um, der ca. 15-20 km südlich liegt.
Über diesen Sender wurde zu DDR-Zeiten das Programm Radio DDR 1 ausgestrahlt. Vom 1.5. bis 30.9. jeden Jahres lief auf dieser Frequenz von 5-20 Uhr die Radio DDR Ferienwelle. Das Programm war lange Zeit sehr
beliebt, da es über einen sehr hohen Musikanteil verfügte, der allerdings kleiner als das heutiger Dudelwellen war. Es hielt sich nicht immer an die Musikquote von 60% aus sozialistischen und 40% aus kapitalistischen Ländern und stellte im Norden der DDR eine Konkurrenz zu NDR2 und der SFB-Servicewelle dar.
Peter Kosmalla

NDR
Am 1. Januar 1992 übernahm der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mit vier Programmen die Rundfunkversorgung von Mecklenburg-Vorpommern.
Da man Flächendeckung auf UKW hatte, wurden die Mittelwellensender nach und nach abgeschaltet. 1994 wurde die Mittelwelle Rostock 558 kHz aufgegeben. Obwohl hier neben Sondersendungen auch die ARD-Ausländerprogramme ausgestrahlt worden waren, kamen keine Beschwerden beim NDR an. Somit waren weitere Stillegungen absehbar.

Kurze Mittelwelleneuphorie
Der Rückzug des NDR machte den Weg für eine Ausschreibung an private Anbieter frei.
Als erste wurden die Mittelwellen 576 kHz (bis 1994 Schwerin) und 1017 kHz (bis 1991 Greifswald) für private Anbieter ausgeschrieben. Schon Anfang April 1997 sollte „Mega-Radio Mecklenburg-Vorpommern“ den Betrieb aufnehmen und Mecklenburg-Vorpommern zum dritten Bundesland nach Berlin und Sachsen machen, in dem kommerzielle Sender auf Mittelwelle senden würden. Tatsächlich dauerte es mehr als drei Jahre bis zur Aktivierung der Mittelwelle 576 kHz für ein reguläres Programm.
Da sich fünf Bewerber für die erste Senderkette interessiert hatten, wurde am 1. April 1997 eine zweite Mittelwellenkette aus folgenden Standorten ausgeschrieben: Rostock-Stadtweide 558 kHz, Helpterberg 657 kHz und Putbus 729 kHz sowie Schwerin 999 kHz. Um die Mittelwellenkette bewarben sich drei Anbieter: Die "Radio Starlet Programm- und Werbegesellschaft mbH" aus Herzogenaurach bei Fürth, die schon Erfahrungen aus dem mittelfränkischen Regionalrundfunk hatte, plante ein "Countrystar"-Programm. Die Anklamer Thimme und Schmidt GbR wollte mit "Power Mecklenburg-Vorpommern" eine Hörerschicht zwischen 14 und 39 ansprechen, und der Berliner Armin Kämpf aus Berlin wollte mit „Radio Nordost" ein Ostseeradio machen.

Die Kette sollte mit Power-Radio Mecklenburg-Vorpommern belegt werden, die Schwesterstation von Power-Radio Kiel 612 kHz, brachte aber nur ein Testprogramm auf 999 kHz in den Äther, weshalb ihr die Landesrundfunkzentrale am 28. Februar 2001 die Lizenz entzog.
 
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letzte Bearbeitung 0912
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