In den achtziger Jahren ging für die Regionalsendungen aus Potsdam sowie zu den übrigen Sendezeiten Radio DDR 1 in Königs Wusterhausen eine neue, vom tschechoslowakischen Unternehmen Tesla gelieferte Anlage in Betrieb. Der ursprüngliche Sender in Golm blieb jedoch parallel bestehen. Der Sender Golm kam am 20. Aug. 1992 letztmalig zum Einsatz und wurde nach seiner Stillegung 1993/94 abgebrochen.
In den achtziger Jahren ging für die Regionalsendungen aus Potsdam sowie zu den übrigen Sendezeiten Radio DDR 1 in Königs Wusterhausen eine neue, vom tschechoslowakischen Unternehmen Tesla gelieferte Anlage in Betrieb. Außerdem war die Sendeanlage bis 1995 Standort für Kurzwellensender und bis 1997 für einen 100-kW-Langwellensender.
In der DDR-Zeit war Königs Wusterhausen in der Wendezeit kurz für Radio Aktuell aktiv. Am 26. Mai 1991, 24.00 Uhr MESZ, gab Radio Aktuell auf höhere Weisung seine Mittelwellen auf. Nach den Wirren der Wendezeit lief die jetzige Antenne Brandenburg über diese Anlagen auf 693 kHz.
Parallel zum Beginn
der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion wurde zum 1. Juli 1990
auch die
Rundfunklandschaft
der DDR umorganisiert. So wurden die bisherigen Regionalsender zu Vollprogrammen
ausgebaut und entstand
bei den Regionalsendern Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder) die
„Antenne Brandenburg", die vom Berliner Rundfunk die Mittelwelle 693 kHz
übernahm. 1992 und 1993 strahlte der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg
das Programm aber nicht mehr über die zu kostspieligen 250 kW in Uhlenhorst
aus, sondern aus Königs Wusterhausen mit 2x20 kW (Tesla). Im Juli
1993 wurde aus Kostengründen die Mittelwelle aufgegeben.
RTL Oldiessender
Zum 1. November 1993 vergab die Medienanstalt
Berlin-Brandenburg erstmals Mittelwellen an private Anbieter, die umgehend
auch auf Sendung gingen. Auf 603 kHz sendete zuerst der RTL Oldiessender.
Während alle Sender für 5 kW lizensiert worden waren, sendete
RTL aus technischen Gründen zunächst mit 20 kW aus Königs
Wusterhausen. Dementsprechend konnte RTL in der Oberpfalz am Morgen des
1. November 1993 auf 603 parallel zu 1440 kHz gehört werden. Von Dezember
1994 bis zum 1. Dezember 1996 sendete RTL-Radio dann auf der Mittelwelle
Köpenick 891 kHz (5 kW). 1996 war es der letzte 1993 lizensierte private
Anbieter, der die Mittelwelle verließ.
Jazzradio
Nach Verschiebungen nahm Jazzradio Berlin
(Postfach 126844, D-10617 Berlin, 030-3120876) am 10. April 1995 Testsendungen
aus Königs Wusterhausen auf. Ab dem 1. Mai 1995 kam ein moderiertes
24-Stunden-Programm auf 603 (5 kW) und im Kabel. Im Sommer 1995 erfolgte
die Verlegung der Mittelwelle von Königs Wusterhausen
nach Köpenick. Einer der traditionsreichen deutschen Senderstandorte
hatte damit die Sendungen eingestellt.
Letzte Aktivierung
Nach Testsendungen
am 27 und 28. Oktober wurde die Sendeanlage am 31. Oktober 1998 14.00-18.00
Uhr noch einmal angestellt. Bei dem Sonderprogramm des Jugendsenders Fritz
konnten die Hörer sowohl studio- als auch sender-seitig zwischen historischer
Mittelwelle und UKW-Sound vergleichen.
Die 40 kW-Einheit
(Tesla), die meist auf 603 kHz und 1992/1993 auf 693 kHz gesendet hatte,
wurde 1999 abgebaut und ins Ausland gebracht.
Köpenick 603 kHz
Jazzradio
Nach Verschiebungen nahm Jazzradio Berlin am 10. April 1995 Testsendungen aus Königs Wusterhausen auf. Ab dem 1. Mai 1995 kam ein moderiertes 24-Stunden-Programm 603 (5 kW) und im Kabel. Im Sommer 1995 erfolgte die Verlegung der Mittelwelle von Königs Wusterhausen nach Köpenick. Einer der traditionsreichen deutschen Senderstandorte hatte damit die Sendungen eingestellt, dochmittlerweile gibt es auch Köpenick als Mittelwellenstandort nicht mehr. Zum 1. August 1996 gab Jazz Radio die Mittelwelle 603 kHz wieder auf, während er auf der schwachen UKW-Frequenz fortgesetzt wurde.
Stimme Russlands
Ab dem 1. März 1996 ergänzte
der russische Auslandsdienst seine Thüringer Mittelwelle Wachenbrunn
1323 kHz durch eine eigene Mittelwelle
für den Großraum Berlin. Nach einer Zeit des Parallelbetriebs
auf den Mittelwellen Uhlenhorst 693 kHz (bis 2001) und Zehlendorf 603 kHz
(ab 2000), wechselte die Stimme Russlands auf die neue Frequenz und gab
im Frühjahr 2001 die Mittelwelle 693 kHz auf, da diese Frequenz an
Mega-Radio gehen sollte. Eingesetzt wird fast rund um die Uhr ein Telefunken
TRAM50, der jedoch nur mit 20 kW sendet. Der Sender steht in derselben
Halle wie die Sender für 693 kHz (modifizierter TRAM 200) und
177 kHz (TRAM 500). Die Mittelwellen 693 und 603 kHz nutzen dieselbe Antenne,
die eben für die Mittelwellenoperationen aus Zehlendorf gebaut wurde.
Zehlendorf digital
Anlässlich der Internationalen Funkausstellung
(28. August-3. September 2003) wurden auf mehreren Mittelwellen Varianten
des digitalen DRM-Verfahrens vorgestellt. Eine gleichzeitige Ausstrahlung
analoger und digitaler Signalanteile kam auf der im regelmäßigen
Programmbetrieb stehenden Frequenz Zehlendorf 603 kHz. Da die Lang- und
Mittelwellen fest vergeben sind, möchten die Programmveranstalter
in diesen Bereichen Simulcast-Betrieb benutzen, um keine der noch verbliebenen
Stammhörer zu verlieren. Dies trifft insbesondere Programme wie die
Stimme Russlands, die nicht flächendeckend auf UKW vertreten sind.
Im Simulcast-Betrieb enthielt nur das
obere Seitenband das DRM-Signal (11 kbit/sek = Telefonqualität). Dadurch
konnte auch nur die halbe Datenrate verwendet werden. Das untere Seitenband
wird im Modulator errechnet, damit die Summe aus oberem und unterem Seitenband
die AM-Hüllkurve ergibt. Je besser das gelingt, desto weniger ist
vom in verschiedenen Empfängern verschieden intensiv gehörten
DRM-Rauschen zu hören. Die Demodulation ist ausschließlich mit
dem klassischen Hüllkurven-Demodulator möglich, da es die beim
Einseitenbandempfang ausgewerteten Seitenbänder so nicht mehr gibt.
Beim Simulcast-Betrieb muss ausserdem die Aussteuerung reduziert werden.
Das Hüllkurven-Signal ist deshalb etwas leiser als bei reinem AM-Betrieb.
Im Juli 2004 kündigte die Stimme Russlands den Parallelbetrieb als
Regelbetrieb an.
2007 Ausschreibung der Mittelwellen
567, 693 und 1359 kHz
Am 7. Dez. 2007 beschloss der Medienrat
der Medienanstalt Berlin-Brandenburg die Auschreibung der Mittelwellen
567, 693 und 1359 kHz auszuschreiben. Anlass hierfür ist der Wunsch
der Stimme Russlands, am Senderstandort Zehlendorf bei Oranienburg künftig
die mit einer Leistung von 250 kW einsetzbare Frequenz 693 kHz zu nutzen.
Im April 2008 wurde die Belegung der Mittelwelle 603 kHz eingestellt.
2009 Oldiestar auf 603
Seit dem 9. Dez. 2009 sendet Oldiestar
(www.oldiestar.de) auf der Mittelwelle Zehlendorf 603 kHz (20 kW). Auf
der Homepage www.oldiestar.de/index.php liest sich das so: „oldiestar*
ist ab sofort in ganz Berlin auf der Mittelwellen-Frequenz 603 kHz im kultigen
Sound der guten alten Zeit zu empfangen. Der Empfang ist in jedem Radio
möglich: Einfach die MW- oder AM-Taste drücken und auf 603 einstellen.
Schon erklingen deutsche und internationale Hits von den 60ern bis in die
80er - von Udo Jürgens bis zu den Beatles, von Grönemeyer bis
Phil Collins! Ausgestrahlt wird mit 20.000 Watt vom historischen Senderstandort
Zehlendorf bei Oranienburg. Die 129 Meter hohe Antenne ist weithin in Oberhavel
und Barnim sichtbar.“ Bisher sendete Oldiestar auf den UKW-Frequenzen 96,7
und 104,9 MHz sowie über Astra digital Transponder 103; Frequenz 12,
4605 GHz; Horizontal; Symbolrate 27,5 MSymb/s; FEC 3/4 unverschlüsselt.
2011 Sendeende von Oldiestar auf 603
Mit "Neues Jahr, neues Glück" grüßt oldiestar auf www.oldiestar.de und begründet zugleich die Abschaltung auf Mittelwelle: "Auch wir haben im neuen Jahr viel vor. oldiestar* beabsichtigt, schon sehr bald sein Programm in weiten Teilen Brandenburgs und in Berlin auf UKW zu verbreiten. Für Sie heißt das, Sie hören Ihre Informationen sowie die deutschen Hits und die klasse Oldies in jedem Radio. Ziele brauchen Vorbereitung: Deshalb bitten wir um Verständnis, dass wir die Verbreitung auf der Mittelwelle 603 kHz am 3. Januar 2011 einstellen." Verzeichnet werden auf der Homepage die Frequenzen 96,7 MHz für Frohnau, Heiligensee, Hennigsdorf, Hohen Neuendorf, Nauen, Oranienburg, Tegel und 104,9 MHz für Bernau, Eberswalde, Hohenschönhausen, Oranienburg, Templin.
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Dr. Hansjörg Biener 0308
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