Kleinsender zur
Ergänzung von Mühlacker
Der Kopenhagener Wellenplan von 1950 sah
für den Großsender Mühlacker die Mittelwelle 575 kHz vor.
Die wichtigsten Konkurrenten waren Sender in der UdSSR und der DDR. In
den fünfziger Jahren rundete der Süddeutsche Rundfunk deshalb
den Versorgungsbereich für das erste Programm durch Kleinsender auf
998, 1169, 1412 und 1484 kHz ab. 1978 trat der Genfer Wellenplan in Kraft.
Auch jetzt musste sich Mühlacker die Welle 576 kHz mit starken Sendern
in der DDR und Bulgarien teilen. So stützte der Süddeutsche Rundfunk
die Versorgung mit Sendern auf 711, 1413 und 1485 kHz. Sie strahlten meist
Südfunk 1 aus, in den achtziger Jahren tagsüber auch das dritte
Programm.
Die Gleichwelle
711 kHz
Heute gibt es nur noch die Gleichwelle
711 kHz. Seit dem Sendeende von Bad Mergentheim
1999 und Dossenheim 2004 besteht sie nur noch
aus Sendern in Heilbronn-Obereisesheim und Ulm-Jungingen.
Nach der Fusion von SDR und SWR wurde das Landesprogramm SWR-1 Baden-Württemberg
ausgestrahlt und dann SWR ContRa. Abends 19.00-22.20 Uhr Ortszeit kam bis
Ende 2002 das Ausländerprogramm. Zu diesem Zeitpunkt ließ der
SWR die fremdsprachigen Sendungen auslaufen und verlängerte das Programm
SWR ContRa.


Bei Dauerhören von SWR Cont.Ra fällt
auf, dass in Stationsansagen die Gleichwelle 711 kHz nicht genannt wird.
So wird kollektiv auf die Großsender 567, 666 und 1017 kHz und die
Mittelwelle Freiburg 828 kHz hingewiesen (z. B. 6.25, 16.59 MESZ), gelegentlich
auch einzeln auf die großen Mittelwellen für Baden-Württemberg
und Rheinland-Pfalz. Da bei den Gleichwellenstandorten Bad Mergentheim
und
Heidelberg ein kompletter Rückbau
erfolgte, gab das Anlass zur Nachfrage über die Zukunft der Standorte
Ulm und Heilbronn gehört werden. Manfred Bornschein (SWR-cont.ra /
Zentrale Information) antwortete so:
"Wir haben drei große MW-Frequenzen
mit großen Reichweiten, den Rheinsender Mainz Wolfsheim 1017 kHz,
Mühlacker 576 kHz und den Bodenseesender 666 kHz. mit diesen drei
Frequenzen können Sie cont.ra
von Zürich bis Düsseldorf empfangen.
Alle anderen Frequenzen sind lokale Frequenzen: die 711 in Ulm und Heilbronn,
die 1485 in Baden-Baden und die 828 in Freiburg. Das sind wichtige Frequenzen
für diese Städte, aber wir propagieren sie nicht im Gesamtprogramm.
(Manfred Bornschein 29.6.2005)
2010 neue Frequenz: 1413 kHz
www.swr.de/contra/-/id=7612/nid=7612/did=5568236/1am91ht/index.html
"Raum Ulm: aus 711 kHz wird 1413 kHz.
Unsere Hörer in Ulm können sich freuen: Ab Mittwoch 10. März
2010 haben sie einen deutlich besseren Empfang auf einer neuen Frequenz.
SWR Cont.Ra hören sie dann im Raum Ulm auf Mittelwelle 1413 kHz (bis
Montag 8. März noch auf 711 kHz)."
Der SWR hat die Ulmer Mittelwelle 711
kHz am 8. März 2010 abgeschaltet und zum 10. März 2010 nach 1413
kHz verlegt. Die SWR-Mitteilung verspricht einfach „einen deutlich besseren
Empfang“, aber die Trennung der Frequenzen von Heilbronn (Obereisesheim)
und Ulm (Jungingen) hat vielleicht auch einen eventuellen DRM-Modus im
Blick. Zur nun aufgelösten SWR-Gleichwelle 711 kHz gehörten bis
1999 und 2004 auch die stillgelegten SDR-Mittelwellenstandorte Bad
Mergentheim (Löffelstelzen) und Heidelberg (Dossenheim). Die Frage
ist nun, ob sich die neue Frequenz 1413 kHz neben den starken Signalen
der Deutschlandfunk-Mittelwelle Heusweiler 1422 kHz behaupten wird.
Die Mittelwelle 1413 kHz wurde früher
von den SDR-Sendern Bad Mergentheim (Am Kettenwald), Buchen-Walldürn
(Hainstadt), Wertheim (Oberer Haag) sowie Heidenheim (Schloss Hellenstein)
genutzt oder zumindest so koordiniert. Damit konnte man die Versorgung
im Norden Baden-Württembergs sicherstellen, da der Grundsender Mühlacker
in Richtung Baltikum und DDR seine Leistung drastisch einschränken
musste.
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Dr. Hansjörg Biener 0101
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