Dillberg
und Ismaning 801 kHz
Große Resonanz hatte zur Jahreswende 2010/11 ein Bericht der Nürnberger Nachrichten über den verheerenden Bombenangriff auf Nürnberg, der am 2. Januar 1945 fast 2000 Menschen das Leben kostete und die Stadt der Reichsparteitage in Schutt und Asche legte. In dem Beitrag wurde auch ein "Onkel Baldrian" erwähnt, der die Nürnberger über den Sender in Nürnberg-Kleinreuth über Fliegerangriffe und Verhaltensmaßregeln informierte. Über 30 Leser und Leserinnen wollten in der ersten Woche des Jahres über ihre Erinnerungen an Arthur Schöddert weitergeben, der als Feldwebel bei der Flak in Schafhof eingesetzt war und von dort auch seine Meldungen absetzte. Den Spitznamen erhielt er durch seine zugleich genaue und beruhigende Art. Die Warnmeldungen endeten stets mit "Keine Angst, keine Angst, Rosmarie". Das war damals ein Gassenhauer, aber auch der Name seiner Frau. (Nürnberger Nachrichten 10.1.2011, Nürnberg-S. 1)
Lit. Mossack, Erhard: Die letzten Tage von Nürnberg
Der Sender Kleinreuth sendet 6.00-24.00 Uhr Ortszeit auf 740 kHz mit 2,3 kW für ein Publikum von „200000 Hörern in einem Umkreis von etwa 50 km. Nürnberg ist ein Gleichwellensender: Weil die Wellenlängen im Rundfunkbereich schon seit langem zu knapp sind, mußte man die Wellenlänge des Münchener 100 KW-Senders übernehmen. Trotzdem sind im ‚Verwirrungsgebiet‘ z. B. um Weißenburg, wo die Empfangsstärke der beiden Sender gleich ist, gewisse Ueberlagerungen, Verzerrungen, Interferenzerscheinungen unvermeidlich. Es besteht aber Hoffnung, daß für Nordbayern demnächst noch etliche Zwischensender mit Wellenlängen räumlich weit entfernter Sender errichtet werden können.“[Angeschlossen Radio Nürnberg, in: Nürnberger Nachrichten 3,1947,39 (17.5.1947), S. 7 Nürnberger Lokalteil / S. 7 Erlanger Lokalteil / Nürnberger Nachrichten 3,1947,41 (24.5.1947), S. 7 Lokalteil Schwabach-Roth)]
„Gegen Ende des Krieges wurden dem Funkturm des Nürnberger Senders in Kleinreuth b. Schweinau durch Artilleriebeschuß zwei der vier Hauptpfeiler durchschossen, so daß er sich senkte. Der 124 m hohe Turm, der aus technischen Gründen aus Holz gebaut ist, wurde einstweilen provisorisch abgestützt, muß aber noch bis auf 74 m abgetragen und dann neu aufgebaut werden. Früher stand der Funkturm in München und wurde von dort 1934 nach Nürnberg transportiert, um hier weiter Dienst zu tun.“ [Der Funkturm steht schief, in: Nürnberger Nachrichten 3,1947,82 (15.10.1947), S. 3 (Nürnberger Lokalteil)]
Im Kopenhagener Wellenplan hatten die Kriegsverlierer auch bei der Wellenvergabe das Nachsehen. Die schon damals häufig so genannte "Wellendemontage" führte zu erheblichen Einbußen bei der traditionellen Lang- und Mittelwellenersorgung und sorgte mit dafür, dass sich der UKW-Rundfunk in Deutschland außergewöhnlich schnell entwickelte. Eine weitere Besonderheit war, dass sich der Bayerische Rundfunk an den Extremen des Mittelwellenbereichs ansiedelte, auf Frequenzen, die eigentlich nicht mehr zum Wellenraster gehörten: 520 und 1602 kHz. Die Hauptsender standen in München-Ismaning und Nürnberg-Kleinreuth.
Dillberg (bei Neumarkt)
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Das Dorf Dillberg ist leicht über
die B-8 Nürnberg-Regensburg von Nürnberg (31 km) und Neumarkt
(11 km) zu erreichen. Die Anfahrt aus Norden und Süden ist über
die B-299 möglich, wobei dann in Neumarkt auf die B-8 abgebogen wird.
Nach der Abfahrt von der B-8 sind es noch 2 km bis zum Dorf Dillberg.
Auf der Stichstraße rund um das BR-Gelände gibt es viele Stellen zum Photographieren der Sendeanlage. Das umzäunte Gelände ist recht klein, und so stehen die Masten und ihre Verankerungen relativ frei in den Feldern. |
Fernsehen
1955 ging am Dillberg ein Fernsehsender
kleiner Leistung in den Probebetrieb: Das „Erste Deutsche Fernsehen“ kam
ins Nürnberger Land und in die westliche Oberpfalz. Offizieller Sendestart
war am 23. März 1956 um 9:45 Uhr, als das Programm vom Sender Wendelstein
per Ballempfang übernommen wurde. Der Dillberg wurde zum zweiten bayerischen
Fernseh-Grundnetzsender.
UKW
Gleichzeitig fand UKW eine Heimstätte
im Betriebsgebäude und auf dem damals 203 Meter hohen Antennenmast:
UKW bot dem Bayerische Rundfunk eine Zukunft, weil seine Mittelwellensendungen
wegen der Wellendemontage nach dem Zweiten Weltkrieg abends nur etwa ein
Drittel der Bevölkerung erreichten. Am 22. März 1956 begann die
UKW-Zeit offiziell. Inzwischen sind auf der Station sieben UKW-Sender für
fünf BR-Radioprogramme und einer für Antenne Bayern on air. Während
der Regionaltrennung in Bayern 1 und Bayern2Radio übertragen je zwei
Sendeeinheiten die unterschiedlichen Sendungen für die Regionen Ober-
und Mittelfranken und Niederbayern / Oberpfalz. Dazu kommen zwei Reservesender
für den Bayerischen Rundfunk und die Antenne Bayern.
Mittelwelle
Als in Nürnberg-Kleinreuth ein Gewerbegebiet
entstand und Kamine die Wellenausbreitung des Nürnberger Mittelwellensenders
gestört hätten, zog 1969 auch die Mittelwelle zum Dillberg. Am
Dillberg wurden zwei 50-kW-Sender aufgestellt. Tagsüber wurde
auf 800 kHz mit 50 kW gesendet, nachts mit 100 kW. Von 1969 bis 1978 sendete
der Bayerische Rundfunk auf den Hauptfrequenzen Dillberg 800 kHz und Ismaning
1602 kHz. Empfangslücken wurden von Mittelwellenkleinsendern auf 520
kHz ausgeglichen. Ein Echo davon sind die Kleinsender in Hof und Würzburg,
die heute auf 729 kHz senden. Im Genfer Wellenplan wurde für München
801 kHz vorgesehen und für den Dillberg der 1980 nur testweise vollzogene
Wechsel auf 909 kHz. Seit November 1978 senden Ismaning und Dillberg im
Gleichwellenbetrieb, wobei sich die gegenseitigen Störungen mit den
abnehmenden Sendestärken minimiert haben. Der Verlust der weitreichenden
1602 kHz wurde durch eine Verstärkung der Kurzwelle 6085 kHz ausgeglichen.
Mit zwei Ausnahmen strahlte die Mittelwelle
Dillberg immer Bayern 1 (mit Regionalfenster Oberbayern) aus. Von 1991
bis 1993 kam B5-aktuell auch auf 801 kHz, da dem neugestarteten Infoprogramm
keine flächendeckende UKW-Kette zur Verfügung stand. Die zweite
Ausnahme waren 1993 bis 2002, als der Bayerische Rundfunk aus der ARD-Gemeinschaftsaufgabe
ausstieg, abends 19.00-22.20 Uhr die Fremdsprachenprogramme für ausländische
Mitbürger.
Erneuerung in den neunziger Jahren
1990 wurde die Anlage auf dem Dillberg
erneuert. Aus statischen Gründen errichtete ABB für den Bayerischen
Rundfunk einen zweiten Antennenträger: Auf der Spitze des neuen Stahlrohrmasts
(Durchmesser 1,6 m, Gewicht 131 t) mit einer Gesamthöhe von
231 m ist die Fernseh-Sendeantenne angebracht, darunter die Antennen für
UKW und DAB, während die Mittelwellen-Reuse das untere Drittel belegt.
Der frühere 203-m-Mast (Durchmesser 1,1 m) wurde auf 184 m reduziert;
er trägt heute diverse Empfangsantennen und die Reserve-Mittelwellenantenne.
Derzeit wird nur noch der 231-m-Mast eingesetzt. Die frühere Ausblendung
in Richtung Leningrad zum Schutz russischer Sender ist nicht mehr nötig,
seit mit geringerer Sendeleistung als früher gearbeitet wird. Wenn
die Sender-Kollegen im Inneren der Rohre einen der beiden Masten für
Überprüfungen hinaufsteigen, dauert das leicht eine halbe Stunde
bis oben. Für diese Aufgabe benötigen sie einen Gesundheitscheck
und die ärztliche Bescheinigung zur „Masttauglichkeit“. Schwindelfreiheit
ist Voraussetzung.
Seit 1994 stehen am Dillberg zwei volltransistorisierte
10-kW-Sender von Nautel. Sender solch niedriger Leistung waren in Europa
sonst nicht erhältlich. Darum stellte Telefunken zwei Sender kanadischer
Herkunft auf. Wegen der kompakteren Bauweise nehmen deutlich weniger Platz
ein als die früheren Sender, in denen man sogar umhergehen konnte,
und die Senderhalle wirkte jetzt richtig leer.
Neue Technologien
Mittlerweile wird der Platz wieder gebraucht,
denn in der jüngeren Vergangenheit haben neue digitale Rundfunktechnologien
Einzug am Dillberg gehalten: Gegenüber den Mittelwellensendern stehen
die Sender für den jüngsten Zuwachs, DVB-T. Statt einem Programm,
Das Erste, beherbergt die Sendestation seit dem Frühjahr 2005 auch
das Bayerische Fernsehen, BR-alpha und acht weitere öffentlich-rechtliche
TV-Programme anderer Rundfunkanstalten. (3 Einheiten von Rhode und Schwarz
mit 3,4-3,6 kW). Am 11. April 2005 beförderte der Hubschrauber einer
Schweizer Spezialfirma die neue Fernsehantenne auf den 184-m-Mast, der
dadurch auf 195 m wuchs. Die meisten Digitalprogramme kommen von hier,
die übrigen vier vom Nachbarmast.
Am 30. Mai 2005 startete am Dillberg für
den Großraum Nürnberg und die anschließende Oberpfalz
zeitgleich zum südbayerischen Wendelstein das digitale Fernsehzeitalter.
Auch der Rundfunk ist auf dem Wege der
Digitalisierung. Ein eigener DAB-Sender sorgt seit 1995 für den Empfang
des digitalen Hörfunk-Programmpakets im Raum Nürnberg. Seit 2005
Jahren sendet auch ein digitaler Kurzwellensender das von Nürnberger
Studenten veranstaltete CAMPUS Radio: Die Fachhochschule Nürnberg
betreibt hier Grundlagenforschung für das digitale Übertragungssystem
DRM (Digital Radio Mondiale). Der Computer steht im Keller und nutzt für
die Programmzuspielung das Internet, der unscheinbare Sendedipol ist auf
dem Sendergebäude angebracht.
Ismaning (bei München)
Die Anfahrt nach Ismaning wird eigentlich
erst nach der A9-Abfahrt Garching zum Geduldspiel, wenn man nämlich
auf der B-388 Richtung Moosinning fährt und die Sendetürme schon
immer sieht und nur auf die Abfahrt zum »Großsender«
wartet.
Antennenwald in Ismaning auf einer QSL-Karte des Bayerischen Rundfunks 1999 |
Die Geschichte des Sendestandorts
Ismaning beginnt am 3. Dezember 1932 mit einem 60 kW-Mittelwellensender,
der ab 1934 mit 100 kW sendete. Die erste Anlage benutzte zwei Holztürme
von 115 m Höhe, doch wurde einer der beiden schon 1934 nach Nürnberg-Kleinreuth
für den dortigen Mittelwellensender umgesetzt. Durch einen Untersatz
von 39 m und einen Aufsatz von 10 m wuchs der übrige Turm 1934 weiter
in die Höhe und war bis 1983 Wahrzeichen des Standorts. Am 15. März
1983 wurde der Sendeturm gesprengt, nachdem der Zahn der Zeit allzusehr
an ihm genagt hatte.
Nach einem Intermezzo für die Freiheitsaktion Bayern nahm der Sender am 12. Mai 1945 Sendungen für Radio München, die Stimme der US-amerikanischen Besatzung. Mit der Entstehung des öffentlich-rechlichen Bayerischen Rundfunk ging auch der Großsender Ismaning in deutsche Hand über. Die „Chronik (1.10.50-3.6.52)“, in: Rundfunk und Fernsehen 1953,1, S. 76-92, S. 76, berichtete 1953 ohne weitere Frequenzangaben: „Der Sender München hat seit Inkrafttreten des Kopenhagener Wellenplans schon mehrfach seine Frequenz ändern müssen, da er entweder durch ausländische Stationen gestört wurde oder seinerseits andere Empfangsbereiche überlagert; der Sender wurde jetzt mit einer besonderen Richtantenne ausgerüstet. Neben München arbeiten in Bayern noch drei Nebensender auf der Mittelwelle ganztägig, außerdem abends noch sieben regionale Kleinstsender.“ Diese Füllsender arbeiteten vor allem auf der internationalen Gemeinschaftswelle 1484 kHz. Der Bayerische Rundfunk richtete sich aber auch auf 520 und 1602 kHz an den Rändern des Mittelwellenbandes ein.I |
Am 15. Oktober 1969 erhielt Ismaning eine
neue Sendeanlage für 1602 kHz: zwei Sender mit zusammen 600
kW Sendeleistung und einen 172 m hohen selbststrahlenden Rohrmast, der
die historische Antenne ablöste. Der von Brown, Boveri & Cie errichtete
Mast ist in 56 Meter und 117 Meter Höhe durch Trennisolatoren in drei
verschiedene Sektionen unterteilt, so dass eine Mehrfachspeisung der abzustrahlenden
Hochfrequenzenergie bzw eine Umschaltung von Tag- und Nachtbetrieb möglich
war. Ein zweiter Mast ist derzeit nicht mehr in Gebrauch, da durch die
Leistungsminderungen kein Schutz mehr für die russische Mittelwelle
Krasny Bor (Regionalsender für St. Petersburg) nötig ist.
Da der Bayerische Rundfunk im Genfer Wellenplan
die Frequenz 1602 kHz verlor, musste die Antenne 1978 für die Mittelwelle
801 kHz umgebaut werden. Zum 23. November 1978 wechselte der Bayerische
Rundfunk dann auf 801 kHz.
1995 wurde für die Mittelwelle ein
100-kW-Sender von Nautel aufgestellt.
m BR-Sendergebäude steht auch der
frühere Sender des US-Soldatensenders AFN. Der 50-kW-Sender wurde
als Reservesender auf 801 kHz umgestimmt. Ebenso dient einer der beiden
94-m-Masten der AFN-Antennenanlage als Ersatzantenne.
Eine Digitalisierung der BR-Mittelwellensender wie bei der Kurzwelle ist derzeit nicht geplant, da die Umrüstung auf die Digitalnorm DRM mit hohen Investitionen auf Senderseite verbunden wäre. www.br-online.de/br-intern/thema/rundfunktechnik/2-2-radio-mittelwelle.xml
2007 Neues Jugendprogramm auf Mittelwelle
Der Bayerische Rundfunk hat am 8. Okt.
2007 die ersten Elemente eines neuen multimedialen Jugendangebots gestartet.
In diesem Zusammenhang wurden auch die Mittelwellen 729 und 801 kHz mit
einem neuen Jugendprogramm belegt, das außerdem via DAB, Internet-Livestream
und Satellit ausgestrahlt wird. Die Grundsatzentscheidung zum Start dieses
Angebots hatte der Rundfunkrat des BR bereits am 7. Dezember 2006
getroffen. Im Vorfeld dieser Entscheidung hatte es eine heftige Diskussion
um Bestrebungen gegeben, für das neu zu schaffende Jugendprogramm
die UKW-Frequenzen der Klassikwelle Bayern 4 zu nutzen.
Montags bis freitags 16.00-19.00 Uhr Ortszeit
gibt es ein interaktives Livemagazin „Bavarian Open Radio“. Der Namen knüpft
an eingeführte Aktionen des BR-Zündfunks an. In der restlichen
Sendezeit kommt Musik non stop und Stationsansagen bzw. Hinweise auf die
Downloadbarkeit von Titeln.
Neues aus Bayern stehen auf der Playlist
gleichberechtigt neben den auch sonst gehörten Titeln. "Wir spielen
die bayerischen Bands nicht in irgendwelchen Nischen", so Michael Bartle,
der für die Musikauswahl verantwortlich ist. 20 Prozent der Neuheiten
in der Medium-Rotation sollen von einheimischen Musikschaffenden kommen.
40 Prozent der Musik wird nicht älter sein als sechs Monate. Dennoch
ist Bavarian Open Radio kein reiner Independent-Sender, denn wie für
das Bavarian Open Festival gilt auch im Radio das Huckepack-Prinzip: Bekannte
Künstler schaffen die Aufmerksamkeit für Newcomer. Die vier Moderatorinnen
und Moderatoren für die erste Phase kommen aus unterschiedlichen bayerischen
Szenen, haben bereits Radioerfahrung und sind auch im Internet zuhause.
Im Bayerischen Fernsehen kommt werktags
15.00-16.00 Uhr das von jungen Leuten gestaltete Programm „Südwild“,
für das BR-Mitarbeitende sich nur in der Begleiterrolle sehen. In
BR-alpha starten im Januar 2008 der Nachfolger des Jugendmagazins "blaateen"
und das Ausbildungsmagazin "Ich mach's!". Parallel zum Sendestart in Hörfunk
und Fernsehen können im Internet Audios und Videos abgerufen, Themen
diskutiert und vertieft, Programmvorschläge gemacht oder schlicht
Musik von Nachwuchsbands gehört werden. "Unser multimediales Radioprogramm
nimmt junge Menschen ernst", sagt Ulrike Ebenbeck, Leiterin des BR-Jugendfunks
und Programmchefin des neuen Angebots. "Jugendkultur hat sich in Bayern
gerade auch abseits der ausgetretenen Pfade entwickelt. Wir möchten
im Radio wie im Internet junge Menschen zusammenführen, mit ihnen
gemeinsam Programm gestalten und Veranstaltungen durchführen."
2008 on3radio
Am 5. Mai 2008 hat der Bayerische Rundfunk
das bisherige Bavarian Open Radio in on3radio umbenannt. In dem Namen sollen
sich die drei Plattformen Hörfunk, Fernsehen und Internet widerspiegeln.
Terrestrisch wird das bayerische Jugendprogramm auf den Mittelwellen 729
und 801 kHz ausgestrahlt. Nach wie vor ist das Programm weitgehend unmoderiert
und werbefrei. Kernsendezeit für moderierte Programme ist Mo-Fr 16.00-19.00
Uhr Ortszeit.
2011 Bayern Plus
Seit dem 10. Januar 2011 überträgt der Bayerische Rundfunk auf seinen Mittelwellen statt des Jugendprogramms on3-radio die Schlager- und Volksmusikwelle Bayern plus. Der BR betreibt vier Mittelwellensender auf zwei verschiedenen Frequenzen.
729 kHz Würzburg 1 kW, Hof 0,2 kW
801 kHz München-Ismaning 100 kW, Dillberg 17 kW
Ulrike Ebenbeck, Programmchefin on3, teilte zu der Entscheidung mit: "Die Mittelwelle wird intensiver von älteren Hörern genutzt, sie sind damit auch vertrauter. Aufgrund dieses Hörerschwerpunkts wurde die Veränderung vorgenommen. Vor kurzem hat die Medienforschung des BR 1500 bayerische Bürger ab 14 Jahren nach ihrer Nutzung der Mittelwelle befragt. Das Ergebnis: Bei jungen Menschen gab es keine nennenswerte Nutzung der Mittelwelle." Vor der BR-Jugendwelle, die im Oktober 2007 auf die Mittelwellen kam, war dort Bayern 1 zu hören. Sondersendungen (z. B. Live-Debatten aus dem Bundes- oder Landtag), die ebenfalls auf der Mittelwelle kamen, kommen seit 2007 auf B5 plus (DAB, Satellit, Kabel). Die Volksmusikwelle Bayern Plus startete 2008, nachdem Bayern 1 die volkstümliche Musik / Volksmusik zugunsten von "wir lieben Oldies" zurückgefahren hat.
"Per Zufall bin ich über Ihre Internetseite und die sehr schönen Senderportraits gestolpert. Man erkennt, daß sie mit viel Fach- und Hintergrundwissen erstellt wurden. Herzlichen Glückwunsch dazu! (...) Es ist immer schön, wenn man sich unter dem Senderstandort auch etwas vorstellen kann, und man nicht nur die trockenen technischen Daten vor sich hat." (Stefan Teuscher Bayerischer Rundfunk Abt. Rundfunkvertriebsentwicklung, 14.9.2001)
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Dr. Hansjörg Biener 0103
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