© Dr. Hj. Biener
Nordkirchen 855 kHz
interner Sprung zum Abschnitt über Vivaradio(Vivaradio)
interner Sprung zum Abschnitt über TruckradioTruckradio

1999 - erste Ausschreibung
Im Oktober 1999 schrieb die Landesanstalt für Rundfunk (LfR) Nordrhein-Westfalens die Mittelwellen Jülich 702 kHz (5 kW) und Nordkirchen 855 kHz (5 kW) aus, beide an Standorten der Deutschen Telekom. Mit den beiden Standorten sollte eine Versorgung des bevölkerungsreichsten Gebiets Münster - Ruhrgebiet - Köln sichergestellt werden. Auf 702 kHz hatten früher mehrere inzwischen demontierte Kleinsender des WDR in Aachen, Bonn, Herford, Kleve und Siegen gesendet. Die Frequenz 855 kHz wurde neu für einen Einsatz in Nordrhein-Westfalen koordiniert.

2000 - Lizenz für gemeinsames Projekt Radio NRW und Viva
Ende August 2000 bekamen Radio NRW (www.radionrw.de) und den Fernsehsender VIVA den Zuschlag.  Als Gegenstück zum TV-Format sollte Viva-Radio ein "peppig-frech-aggressives" Programm für Hörer und Hörerinnen zwischen 12 und 19 Jahren ausstrahlen. Als Studiostandort war Oberhausen vorgesehen, von wo aus Radio NRW auch die Lokalradios in NRW mit dem Rahmenprogramm versorgt. Laut Radio NRW stand einem schnellen Start nichts im Wege, konkrete Termine wurden jedoch zunächst nicht genannt. Der Sendestart  wurde aber immer wieder verschoben. Im September 2002 zog sich VIVA aus dem Projekt zurück.

2004 - neue Ausschreibung
Die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalens (www.lfm-nrw.de) hat die Mittelwellen Jülich 702 kHz und Nordkirchen 855 kHz ausgeschrieben. Die Antragsfrist endet am 3. März 2004, 12.00 Uhr. Für die zur Neuvergabe anstehenden Frequenzen wurden auf der Kurzwellenstation Jülich bzw. der ansonsten auf 549 kHz aktiven Mittelwellenstation Nordkirchen Sender mit einer Leistung von 5 kW installiert und bereits kurzzeitig getestet.
 
 
Truck Radio
starlet media AG
Karolinenstraße 32
90763 Fürth
Telefon: 0911/74 90 911
Telefax: 0911/74 90 922
E-Mail: info@starletmediaag.de
Internet: www.truckradio.de
Internet: www.starletmediaag.de

Das Hörfunkprogramm Truck Radio kann in NRW künftig über zwei Mittelwellen senden. Dies beschloss die Medienkommission der Landesanstalt für Medien (LfM NRW) in ihrer Sitzung am 16. Juli 2004 in Düsseldorf.
Truck Radio, ein deutschsprachiges 24-Stunden-Country-Programm, will im Herbst mit dem Sendebetrieb auf Mittelwelle in Nordrhein-Westfalen beginnen. "Der genaue Termin steht noch nicht fest, es sind noch einige
Fragen der Signalzuführung zu klären", sagte Michael Meister, Vorstand der Betreibergesellschaft Starlet Media AG in Fürth. Zunächst soll das Programm von den Standorten Jülich 702 kHz und Nordkirchen 855 kHz mit jeweils 5 kW Leistung abgestrahlt werden. "Das reicht für die flächendeckende Tagesversorgung in Nordrhein-Westfalen. Die zunächst noch analoge Ausstrahlung soll uns erst einmal in NRW bekannt machen",
so Michael Meister. "Mittelfristig wollen wir aber digital senden, rund um die Uhr, dann auch über die Telekom-Kurzwellensendeanlage in Jülich. Die Mittelwellenausstrahlung wird beibehalten und wird als Füllsender dienen." Die Starlet Media AG wurde im Dezember 2000 in München gegründet und finanziert sich durch private Investoren, teils aus der Logistikbranche.

2004-2008 Truck Radio

Die Starlet Media AG hat am 6. Dezember 2004 die 5-kW-Mittelwellen Jülich 702 kHz (um 17.21 Uhr) und Nordkirchen 855 kHz (um 17.20 Uhr) für das Truck-Radio in Betrieb genommen. Nach eigenen Angaben kann das Programm tagsüber in nahezu gesamt Nordrhein-Westfalen und in der Nacht mir eingeschränkter Reichweite gehört werden. Dementsprechend wird die Welle 855 kHz in Stationsansagen wie "Truckradio. In Münster / Dortmund / etc. auf Mittelwelle 855 kHz" beworben. Das Programm ist terrestrisch auch in Kärnten im Raum Spittal an der Drau auf UKW 102,5 sowie in Sachsen-Anhalt als Digital Radio (seit 15. August 2004 im DAB L-Band in Halle und Magdeburg) zu hören.

Das moderierte Radioprogramm wird täglich 24 Stunden ausgestrahlt. Als Besonderheit startet 2005 im Zuge der deutschlandweiten Ausbreitung die live-moderierte TruckNight, die Fernfahrer auch im nächtlichen Strassenverkehr bei Stimmung halten soll. Beim Verkehrsfunk will man in besonderer Weise die Fernfahrer mit einbeziehen. Die Musikpalette umfasst ur klassische Country-Musik, sondern auch Künstler wie Shania Twain, Anastacia oder Uncle Kracker. Vorgesehen sind mobile Mehrwertdienste und Diskussionen über Verkehrsfragen und alles, was der Zielgruppe Langzeitautofahrer, Berufskraftfahrer und Vielreisende auf dem Herzen liegt.

Die starlet media AG strebt kurzfristig eine terrestrische Verbreitung im gesamten deutschsprachigen Raum sowie mittelfristig entlang aller wichtigen europäischen Fernrouten an. Auf der Homepage www.truckradio.de/default.aspx?page=standort werden mit Planungsstand Ende Dezember 2004 weitere Standorte für einen Sendebeginn 2005 ausgewiesen: 531 kHz (Burg?) für Nordostdeutschland, 1080 kHz (Weißkirchen?) für Hessen, 1386 kHz (Würzburg) für Franken sowie 585, 1026 und 1475 kHz für Österreich. Man könnte auch an weitere zum Beispiel von Megaradio früher benutzte Frequenzen denken, ob schon der bisher ausgewiesene Plan realisiert wird, bleibt abzuwarten.

Nach einem Monat Testbetrieb nahm TruckRadio zum 1. Juli den Regelbetrieb über Astra 19,2° Ost (12.663 GHz h) auf. „Mit der Inbetriebnahme unserer Satellitenfrequenz verfolgen wir konsequent unser Ziel, Radio für den gesamten deutsprachigen Raum sowie entlang der wichtigsten europäischen Fernrouten zu machen“, erklärt Michael Meister, Initiator und Geschäftsführer von TruckRadio, das als Radioprogramm für Fern- und Vielfahrer konzipiert ist. Zum selben Zeitpunkt begann die live moderierte TruckNight zwischen 21.00 und 3.00 Uhr. In dieser Zeit begleitet die Moderatorin Susanne Hofmann-Fraser die Fahrer mit Hits aus Modern Country, Classic- und Southern Rock, Rock-Balladen sowie Meldungen aus der Trucker-Welt durch die Nacht. Staumeldungen sowie persönliche Grüße und Musikwünsche der Fernfahrer nimmt der „Engel der Nacht“ unter 0700-TRUCKTEL (+49-700-878 258 35) an.

Truckradio, das als Spartenprogramm für Berufskraftfahrer gedacht war, hat Mitte Mai 2008 Insolvenz angemeldet und seine Sendungen auf Mittelwelle eingestellt. Die hinter dem Programm stehende Radio Starlet Programm- und Werbegesellschaft mbH war seit 1985 im privaten Hörfunk (damals Radio Starlet Fürth auf einer der mittelfränkischen Privatwellen) tätig. Truckradio hatte folgende deutsche Mittelwellen aktiviert:
2004 Jülich 702 kHz und Nordkirchen 855 kHz (5 kW)
2005 Stuttgart-Hirschlanden 738 kHz (5 kW)
2006 Burg 531 kHz (10 kW)

Die Landesanstalt für Medien von Nordrhein-Westfalen hat am 17. Okt. 2008 die Zuweisung der Mittelwellen Jülich 702 kHz und Nordkirchen 855 kHz an Truckradio widerrufen, nachdem hier seit Mai 2008 kein Sendebetrieb mehr stattfindet. Nach der Insolvenz seiner ursprünglichen Betreibergesellschaft (Starlet Media AG) hatte Truckradio alle Ausstrahlungen auf Mittelwelle (eingeschlossen das Zuspielsignal auf dem Satelliten Astra 3A) wie auch über das Digitalradiosystem DAB eingestellt. Übrig blieb ein Audiostream im Internet, während neue Investoren für dieses Projekt gesucht werden.
Im Juli 2008 hatte Truckradio-Geschäftsführer Michael Meister in einem Interview für den Branchendienst "Medienbote" diese Entwicklung auf die unzureichende technische Versorgung und daraus resultierende mangelnde Akzeptanz von DAB zurückgeführt. Die Verbreitung von DAB sei bei weitem nicht so gut wie von den Sendernetzbetreibern behauptet; DAB sei "in Deutschland tot". Für den angestrebten Neustart setze man als Verbreitungswege deshalb auf das Internet und das für die AM-Bereiche bestimmte System Digital Radio Mondiale (DRM). Gedacht sei dabei an Ausstrahlungen sowohl auf Mittel- als auch auf Kurzwelle, gegebenenfalls auch über Sendeanlagen im Ausland. Vor diesem Hintergrund hat Truckradio seine medienrechtlichen Zulassungen für die Mittelwellenfrequenzen und DAB-Sendeplätze nach der Einstellung des Sendebetriebs ausdrücklich nicht zurückgegeben. Mit dem Entzug der Lizenz für die Mittelwellen in Jülich und Nordkirchen ist die angedachte Option, sie künftig digital zu nutzen, jedoch nicht mehr ohne weiteres umsetzbar. (Kai Ludwig RBB-Medienmagazin 23.10.2008)
 
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