| Ismaning 1197 kHz | © Dr. Hj. Biener |
| Die Anfahrt nach Ismaning wird eigentlich erst nach der A9-Abfahrt Garching zum Geduldspiel, wenn man auf der B-388 Richtung Moosinning die Sendetürme schon immer sieht und nur auf die Abfahrt zum »Großsender« wartet. Gegenüber der Anlage des Bayerischen Rundfunks findet sich dann die Sendeanlage des International Broadcasting Bureau. |
| Gleich nach dem 2. Weltkrieg übernahmen die US-Amerikaner die Großsendeanlage auf dem Reichspostgelände im Ismaninger Moos. 1949 nahmen sie einen 150-kW-Mittelwellensender für 1196 kHz in Betrieb. Die Antenne (4 120 m-Türme mit den Vorzugsrichtungen 60, 115 und 240 Grad, oder Rundstrahlung über einen Mast) wurde Mitte der neunziger Jahre überholt, reicht aber imn Prinzip ebenfalls bis in die Nachkriegszeit zurück. Seit der Einführung des Genfer Mittelwellenplans 1978 sendet Ismaning auf 1197 kHz. | ![]() |
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Die Kurzwellenanlage mit Röhrensendern und rhombischen Antennen wurde Ende der achtziger Jahre aufgegeben. 1995 ersetzte ein Mittelwellensender von Thomcast zwei 150-kW-Röhrensender von RCA. Dass man einen französischen Anbieter nahm, hat einen einfachen Grund: Als man sich nach einem neuen Sender umschaute, war Thomcast der einzige Anbieter in dieser Leistungsklasse. Andererseits gab es in den folgenden Jahren Probleme mit französischen Handbüchern und einem gewissen französischen Laisser-faire. Peter Steffke, so sein Chef, sei inzwischen "besser als Thomcast" mit dem Sender vertraut. |
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1985-1995
VoA-Europe
Die Mittelwelle 1197 kHz war von 1985 bis 1995 eine der wichtigsten Frequenzen von VoA-Europe. Das musikorientierte 24-Stunden-Programm für Westeuropa bedeutete damals eine Revolution im Auslandsfunk. Die amerikanische Sichtweise war noch durch die Nachrichten, durch Magazinbeiträge und durch den regierungsamtlichen Kommentar präsent. Da der Versuch einer Finanzierung durch Werbung fehlschlug, wurde es eingestellt. |
Abbau der Sendeanlage
Der Abbau der Mittelwellenanlage des International
Broadcasting Bureau in Ismaning schreitet voran, wenngleich nicht ganz
so zügig wie erwartet. Dies erfuhr Wolfgang Büschel in einem
Telefonat mit Rüdiger Schott am 19. Dezember 2005.
Der Thales-Mittelwellensender ist abgebaut
und soll im Nahen oder Mittleren Osten wieder aufgestellt werden. Die genaue
Zielbestimmung des Senders war nicht zu erfahren. Jedenfalls geht er nicht
nach Tadschikistan. Dort wird auf 972 kHz ein anderer Thales Sender zur
Nutzung durch das International Broadcasting Bureau installiert.
Die beiden alten RCA 150 kW Röhrensender, die der nun abgebaute Sender
Mitte der neunziger Jahre ersetzt hatten, wurden schon damals verschrottet.
Techniker Peter Stefke, der den Thales-Sender besser kannte als der Hersteller
selber, ist in Ruhestand gegangen.
Die vier Mittelwellenmasten wurden am
16. März 2006 umgelegt. Kurz zuvor hatte es am 2. März noch Amateurfunk
von dort gegeben.
2007 Schließung der Niederlassung
Das für die US-amerikanischen Auslandsdienste
zuständige International Broadcasting Bureau schließt noch in
diesem Sommer 2007 die Niederlassung in Ismaning bei München. Dies
wurde am 2. Juli den Mitarbeitenden bekanntgegeben.
Ismaning war einer der ältesten Relaisstandorte
für US-amerikanische Auslandssendungen. Die Voice of America sendete
von hier seit Dezember 1946. Die Kurzwellensender stammten noch aus Reichspostzeiten
(4x75 kW) und waren westlich vom Bach auf der Seite des BR und AFN. Ab
1949 wurde die Antennenanlage auch östlich vom Bach auf der Seite
des Mittelwellensenders erweitert. Die Mittel- und Kurzwellen in Ismaning
firmierten unter Munich-A/B. dazu kam die 6 km nordwestlich gelegene Langwelle
Erching 173 kHz als VoA Munich-C.
Nach dem terrestrischen Sendeende war
Ismaning noch an der Steuerung und Kontrolle des weltweiten Sendernetzes
beteiligt. In den letzten Jahren haben Mitarbeiter außer ihren Wartungsaufgaben
auch den Abbau europäischer Sendeanlagen und den Wiederaufbau von
Sendern an anderen Standorten bewältigt. Die Kurzwellensendungen aus
Lampertheim und Biblis bei Frankfurt sollen jedoch weitergeführt werden.
Nach mehr als 50 Jahren für die Voice
of America sind die letzten Reste des im August 2007 geschlossenen Relais
Ismaning verschwunden. Eine Dokumentation des Abbaus der Satellitenanlage,
die nun nach Kuwait unterwegs ist, findet man bei www.youtube.com/watch?v=p7KQ1FoT2Iw,
www.videoforums.co.uk/user-videos/15599-ismaning-silent-tribute.html
(Dragan Lekic 21.11.2007 via Gl. Hauser
DXLD und Wg. Büschel BCDX)
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