Rohrdorf
7265 kHz
| Ab 1996 organisierte Dr. Hansjörg Biener für den Kurzwellenring-Süd Senderbesuche. Im Juli 1998 ließ sich eine Gruppe vom SWF-Standortleiter Obert über den Sendebetrieb in Rohrdorf informieren. | ![]() |
1964
Am 17. Dezember 1964 wurde der Kurzwellensender
von Bad Dürrheim nach Rohrdorf verlegt. Hier hatte wenig zuvor ein
Sender auf 665 kHz ein südwestdeutsches Gleichwellennetz abgelöst.
Bis 1972 blieb es bei der geringen Kurzwellenleistung von 1,5 kW.
1972
1972 wurde der Sender durch einen 2x10-kW-Zwillingssender
von Siemens-RIZ ersetzt. Im Lauf der Jahre wurde er von den Mitarbeitern
in Rohrdorf vielfach nachgebessert und nachträglich transistorisiert.
Von dem Zwillingssender steht nur noch der B-Sender (7 m lang) als Reservesender.
Der A-Sender von 10 kW wurde als Ersatzteillager für den B-Teil zerlegt
und abgebaut.

1985
1985 wurde an der Stelle eines Sendemastes
der Mittelwelle eine verbesserte Antennenanlage für die Kurzwelle
errichtet. Hauptzielgebiet der Quadrant-Corner-Reusenantenne sind die Urlaubsgebiete
des westlichen Mittelmeerraums. Die Quadrantantenne hat eine "leichte"
Vorzugsrichtung 1.2 dB in Richtung Barcelona, genau die Mitte zwischen
den 90 Grad Schenkeln.

Traditionell war auf der Kurzwelle 7265
kHz das erste Programm aus Baden-Baden zu hören. Ab Mitte der achtziger
Jahre kam dann statt SWF-1 die Popwelle SWF-3. Einige Jahre wurde das Angebot
zur Urlaubszeit durch das SWF-3-Urlaubsradio erweitert, das das UKW-Programm
mit Auslandsreiserufen, Touristentips, wesentlich ausführlicheren
Inlandsnachrichten, Verhaltensregeln für Touristen in bestimmten Ländern,
Wettervorhersagen für ganz Europa erweitert. In diesen Jahren gab
es eine eigene Leitung der Programmzuführung. Später wurde die
Kurzwelle im Ballempfang von UKW Sender auf den Bergen: Hornisgrinde 1100
m im Nordschwarzwald, und Feldberg 1400 m im Südschwarzwald gespeist.
Während sich die SWF-3-Redaktion
durchaus an der Kurzwelle freute und die Rohrdorfer Techniker durchaus
Rückmeldungen aus Übersee erhalten, hat die Kurzwelle in den
ARD-Leitungsgremien eigentlich keine Lobby.
1997
Im Oktober 1997 holte man auf Initiative
von Obert aus Bremen den früher für 6190 kHz eingesetzten 20
kW-Sender und überholte ihn gründlich. Er hatte bis 1993 ein
Mischprogramm von Radio Bremen und Sender Freies Berlin in die DDR ausgestrahlt.
Nach 1990 gab es aber keinen Grund mehr für Sendungen in die DDR,
und Radio Bremen sparte die Kurzwelle 1996 ein.
Der Siemens-Sender (2 m lang, 2,20 hoch,
60 cm tief) wurde 1984 in Wien entwickelt und ist der Prototyp, aus dem
die spätere mittlere Leistungskategorie von Siemens-Sendern hervorging.
Verwandte Sender sind auf Mittelwelle im Einsatz, während der Sender
wegen der vergleichsweise geringen Leistung für Kurzwelle nicht noch
einmal gebaut worden ist. Der Sender hat intern 2x10 kW Einheiten, über
Drucktasten sind einzeln 10 oder zusammen 20 kW Leistung abrufbar.
Ab Weihnachten 1997 stand der Sender nun
in Rohrdorf. Durch die Stromeinsparungen haben sich Anschaffung und Transport
binnen zwei Jahren amortisiert. Immerhin verbrauchte der Sender nur noch
die Hälfte des früheren Betriebs.
Nach der Fusion von SWF und SDR strahlte
die Kurzwelle Rohrdorf parallel mit Mühlacker 6030 kHz die Popwelle
SWR-3 aus, darin aber die Ansagen des badischen Metro-Programms. Später
übertrug man SWR Contra.
2004 Sendeende
Am 19. Oktober 2004 schaltete der SWR
seine Kurzwellen ab. Der Schritt wurde mit den finanziellen Einsparungen
und den nunmehr bestehenden Alternativen begründet. Die Programme
SWR 3 und Cont.Ra, die bisher auf 6030 bzw. 7265 kHz verbreitet wurden,
seien außerhalb des Sendegebietes des SWR weiter europaweit über
Satellit ASTRA und ADR empfangbar, ab Mitte 2005 auch im DVB-S Mode über
den geplanten Hörfunktransponder der ARD. Außerdem stünden
beide Programme im Internet als Livestream (www.swr3.de bzw. www.swr.de/contra)
zur Verfügung.
2005 Verkauf
Im Herbst 2005 verkaufte der SWR den Kurzwellensender
nach Madagaskar. Die Kurzwellenantenne in Rohrdorf wurde zusammen mit zwei
der vier Mittelwellenmasten für 666 kHz jetzt abgerissen und
konnte deshalb nicht mehr mit nach Madagaskar gegeben werden.
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Dr. Hansjörg Biener 0101,
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