"65" Jahre rot-chinesische Auslandssendungen
Schon seit dem chinesisch-japanischen Krieg
1937 hatten die Nationalchinesen ein Auslandsprogramm ausgestrahlt, während
die Gründung des rotchinesischen Auslandsdienstes in die Zeit des
Bürgerkriegs fällt. In den vierziger Jahren begann am Sitz ihres
Zentralkomitees in der nordwestchinesischen Stadt Yan'an der erste Sender
der von Stalin unterstützten chinesischen Kommunisten. Am 3. Dezember
1941 wurden aus einer Wohnhöhle die ersten Sendungen der "Yan An-Xinhua
Rundfunkstation" ausgestrahlt. Am selben Tag sendte die "neues China"-Radiostation
auch zum ersten Mal in japanischer Sprache und wurde zur Vorläuferin
von Radio China International. Sprecherin war die Japanerin Hara Kiyoshi.
1996 wurde dieses Datum offiziell als Gründungstag des chinesischen
Auslandsrundfunks festgelegt. Zuvor hatte der 11. September 1947 als Sendebeginn
gegolten. Damals war in das kurze tägliche Programm der "neues China"-Radiostation
von Nord-Shaanxi ein 20-minütiges englisches Segment eingefügt
worden.
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Beim 60. Geburtstag 2001 sendete China
Radio International täglich 211 Stunden in Hochchinesisch, vier weiteren
chinesischen Sprachen und 38 Fremdsprachen. Nach eigenen Angaben erhielt
die Station im Jahr 2000 über 680000 Briefe und e-Mails aus über
200 Ländern.
2006 sendet der chinesische Auslandsdienst gut 1035 Stunden täglich in Hochchinesisch und vier weiteren Varianten von Chinesisch, sowie in 38 Fremdsprachen. Nach eigenen Angaben hat man Kontakte mit 3600 CRI-Hörerklubs und bekam 2005 mehr als 2 Mio. Briefe und e-Mails aus 161 Ländern. |
Ab April 1950 sendete der chinesische Auslandsrundfunk als "Radio Peking". Die Kennungsmelodie damals war "Dong Fang Hong" -"Es ist rot im Osten".
Deutsche Sendungen
aus Peking: Von der Station der Revolution zur Stimme einer Weltmacht
Am 15. April 1960 begann Radio Peking
mit zweimal 30 Minuten täglich in Deutsch. Damals arbeiteten sechs
Personen aus der ehemaligen DDR und fünf chinesische Kollegen
beim deutschen Dienst. Die wichtigsten Aufgaben für das Programm wurden
damals von den deutschen Mitarbeitern gemacht. Kurz darauf mussten diese
China aus politischen Gründen verlassen und die chinesischen Kollegen
waren auf sich gestellt. Schon 1963 wurde das deutsche Programm auf zweimal
eine Stunde ausgedehnt.
In den ersten Jahrzehnten beschrieb man
die Aufgaben des Programms so: »In unserem Programm berichten wir
über die Erfolge der sozialistischen Revolution und des sozialistischen
Aufbaus in China, ferner über den revolutionären Kampf aller
Völker gegen Imperialismus, Sozialimperialismus und modernen Revisionismus.
Wir bringen auch Kommentare über wichtige Weltereignisse.« (1978)
Diese Sprache ist den chinesischen Auslandssendungen heute fremd geworden.
Ende der 70er Jahre begann in China die Phase der politischen und wirtschaftlichen
Öffnung, wenngleich die KPCh das Heft weiter fest in der Hand hielt.
Heute gibt man sich »chinesischer« als früher und will »den Hörern möglichst umfassende und genaue Informationen über China zu vermitteln, um dadurch das gegenseitige Verständnis und die Völkerfreundschaft zu vertiefen und zur Erhaltung des Weltfriedens beizutragen. Das Programm besteht unter anderem aus Nachrichten, Kommentaren, Sendereihen zu verschiedenen Themen und Musiksendungen.« (2000) Wegen des Erklärungsnotstandes zu Tibet und anderen Völkern, die nach Unabhängigkeit streben, gehören Sendungen über die nationalen Minderheiten zum regelmäßigen Programm.
Ab 1980 entstanden CRI-Auslandsbüros. Die ersten beiden wurden in Tokio und in Belgrad eingerichtet. Mittlerweile hat CRI weltweit 27 Korrespondentenbüros, darunter auch in Berlin.
1987-1998 Relaissendungen
aus der Schweiz
China Radio International gehört
zu den Sendern, die jahrzehntelang Frequenzen außerhalb der für
internationalen Hörfunk ausgeschriebenen Kurzwellenbänder einsetzten.
So waren die deutschen Programme traditionell auf Außerbandfrequenzen
einigermaßen gut zu empfangen.
Trotzdem tauschte Radio Beijing ab 1.
November 1987 Sendezeit mit Schweizer Radio International und ließ
spätabends eine halbe Stunde über einen Kurzwellensender in der
Schweiz laufen. Damit war der langjährige Sendeumfang von zweieinhalb
Stunden täglich erreicht. Da Schweizer Radio International den Standort
Lenk aufgab, konnte der Sendezeittausch ab Oktober 1998 nicht mehr fortgeführt
werden. Dafür begann am 1. Januar 2002 überraschend die Ausstrahlung
des deutschen Programms auf der Mittelwelle von Radio Luxemburg.
Sendungen in China
Seit 1989 sendet die deutsche Redaktion
nicht nur für Mitteleuropa, sondern auch im Inland auf UKW für
Hörer im Großraum Beijing. Am 28. März1999 erweiterte China
Radio International die Sendungen, die auf UKW und Mittelwelle für
den Großraum Beijing ausgestrahlt werden. Hatte man vorher 30 Minuten
am späten Abend, so wurde das Programm nun auf vier Stunden ausgedehnt.
Das neue Funkhaus
Am 27. Mai 1997 bezog Radio China International
das neue Funkhaus, das auch auf QSL-Karten des Jahres abgebildet wurde.
Seit dem 29. Juli 1997 wird hier digital produziert, was den Sendestart
über Satellit im August und im Internet im Oktober erleichterte.
Seit dem 25. März 1998 ist das Programm
bei World Radio Network in einem Sammelprogramm deutschsprachiger Auslandsdienste
zu hören. Außerdem ist ein Empfang im Internet möglich:
www.euromaxonline.com/audio.html möglich.
Seit 1998 nutzt CRI auch das Internet.
Seit dem 26. Dezember 1998 gibt es ein deutsches Angebot, das unter http://germany.cri.com.cn
zu finden ist. Leider gibt es immer wieder Probleme mit der Geschwindigkeit
und dem Zeichensatz. Die Computer arbeiten neben englischen und deutschen
Zeichensatz logischerweise auch mit einem chinesischen Zeichensatz, was
manchmal bei der Umsetzung Kummer macht. Ende 2003 wurde der Internet-Auftritt
neu gestaltet. Unter www.cri.cn, www.chinabroadcast.cn oder www.cri.com.cn
bietet die neue Webseite Nachrichten aus aller Welt, aktuelle Reportagen
und Kommentare, Chinesisch-Sprachkurs, Online-Radio und umfangreiche Informationen
aus China.
Zuletzt entstand das CRI Online-Radio,
ein mehrsprachiges Internetradio. Seit Juli 2005 sendet CRI auch als Internet-Radio,
auch in Deutsch.
Relaissendungen
über Radio Luxemburg
Seit dem 1. Januar 2002 wird Radio China
International 19.00-22.00 Uhr Ortszeit in Französisch, Deutsch (21.00-22.00
Uhr MEZ) und Englisch auch auf der Mittelwelle von Radio Luxemburg 1440
kHz (1200 kW) übertragen. Das Signal wird über World Radio
Network zugeführt, in Luxemburg-Stadt empfangen und dann per Standleitung
nach Marnachgeleitet. Da die Programme von CRI nur 57 Minuten lang sind,
werden die restlichen drei Minuten mit Hinweisen auf das Angebot von World
Radio Network gefüllt. In den folgenden Jahren organisierte World
Radio Network auch die mehrstündige Übertragung von chinesischen
Auslandsprogrammen über Mittelwellensender in Litauen und Moldowa.
Die jüngste
Sendezeiterweiterung
Die deutsche Redaktion von China Radio
International erweiterte am 5. August 2003 ihr Programm durch eine Morgensendung
und am 15. September durch die Verdoppelung der Sendezeit auf Mittelwelle.
Außerdem kam eine Sendemöglichkeit für den Großraum
Berlin hinzu. Bis März 2004 ist jetzt folgender Sendeplan vorgesehen:
06.00-07.00 Uhr 97,2 MHz in Berlin
07.00-09.00 Uhr 13820 15245 kHz aktualisierte
Wiederholung vom Vorabend
19.00-20.57 Uhr 5970 7170 9620 kHz
20.00-21.57 Uhr 1440 kHz über Radio
Luxemburg
Die deutsche Redaktion von China Radio
International hat im Jahr 2003 "insgesamt 18.580 Briefe, Faxe und E-Mails"
erhalten, "2997 mehr als im Jahr 2002. Dies ist ein neuer Hörerpostrekord.
Der weitaus größte Teil der Reaktionen kam aus dem deutschsprachigen
Europa, aber auch das UKW-Programm für den Großraum Beijing
brachte immerhin 1041 Antworten.
Gedenkfeier zum
65jährigen Bestehen des chinesischen Auslandsrundfunks
Am 3. Dezember 2006 fand in Beijing die
Gedenkfeier zum 65jährigen Bestehen des chinesischen Auslandsrundfunks
bzw. von Radio China International statt. In seinem Glückwunschschreiben
übermittelte das ständige Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees
der Kommunistischen Partei Chinas, Li Changchun, allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern im chinesischen Auslandsrundfunk seine herzlichen Glückwünsche.
Auf der Gedenkfeier würdigte der Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
beim Zentralkomitee der KP Chinas, Liu Yunshan, die Rolle von CRI in den
vergangenen 65 Jahren. Er sagte: "Der Auslandsrundfunk hat wichtige Beiträge
zum guten Image Chinas in der Welt, zur Wahrung des Weltfriedens und zur
Förderung der gemeinsamen Entwicklung geleistet." Der Leiter des staatlichen
Hauptamtes für Rundfunk, Film und Fernsehen, Wang Taihua, schätzte
in seiner Rede die Hörer von Radio China International hoch ein: "Es
gibt überall in der Welt CRI-Hörerklubs und unzählige CRI-Hörer
im In- und Ausland. Sie haben alle tiefe Gefühle zu China und großes
Interesse an der chinesischen Kultur und verfolgen die chinesischen Auslandsprogramme
mit großer Aufmerksamkeit. Sie haben der Entwicklung des chinesischen
Auslandsrundfunks große Antriebskraft verliehen." Auf der anderen
Seite sah Wang aber noch Entwicklungspotential. Mit der immer wichtigeren
Rolle Chinas in der Welt wachse der Wunsch der Menschen in vielen Ländern,
China kennen zu lernen. Dem müsse sich Radio China International mit
einer multimedialen Strategie nach dem Vorbild der westlichen Auslandsdienste
stellen. Auch der Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
beim Zentralkomitee der KP Chinas, Liu Yunshan, betonte, dass Radio China
International ein wichtiges Fenster für die Welt sei, um China zu
verstehen. Dabei gelte es, sich an den Gegebenheiten Chinas sowie den Bedürfnissen
und Denkweisen der ausländischen Hörer zu orientieren und die
Programme noch attraktiver und interessanter zu gestalten. "Radio China
International muss sich schrittweise von einem traditionellen, einfachen
Auslandsrundfunk zu einer umfassenden modernen Medienanstalt mit Rundfunk,
Internet und Multimedia entwickeln. Dabei gilt es, sich international zu
orientieren und die Konkurrenzfähigkeit und Einflüsse in der
Welt umfassend zu erhöhen."
Der Intendant von Radio China International,
Wang Gengnian, erläuterte die Bedeutung eines modernen internationalen
Rundfunksystems: "Beim modernen internationalen Rundfunksystem geht es
darum, die Ideen, Inhalte und Mittel für die Rundfunkübertragung
zu modernisieren. Es gilt, internationale Einflüsse zu gewinnen und
bei der Konkurrenz in der internationalen Öffentlichkeit einen Platz
zu erobern. Eine umfassende moderne Medienanstalt mit Rundfunk, Internet
und Multimedia muss aufgebaut werden."
(65. Geburtstag von CRI feierlich begangen
2006-12-03 http://german.cri.cn/221/2006/12/03/1@62816.htm via Dr. Hansjörg
Biener)
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Dr. Hansjörg Biener 0103
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