© Dr. Hansjörg Biener
Religiösen Sendungen hört man oft die Herkunft nicht an. Noch mehr als bei der Morgenfeier oder Andacht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt das dort, wo religiöse Anbieter Sendezeit kaufen oder eigene Sender und Programme aufbauen. Nicht jeder katholische Anbieter ist auch die Stimme der römisch-katholischen Amtskirche. Noch weniger gilt bei protestantischen Radio- und Fernsehsendungen, dass sie mit einer traditionellen evangelischen Volks- oder Freikirche verbunden sind. Diese Internetseiten sollen zu ein wenig mehr Klarheit führen.  Für regelmäßige Informationen über die Senderszene gibt es »Medien aktuell: Kirche im Rundfunk«. Buch zur Grundinformation über die internationale Senderszene-Buch zur Grundinformation über die deutschen Radiomissionen

Evangelische Missions-Gemeinden
 
Kontakt
Evangelische Missions-Gemeinden, 
Jahnstraße 9, 
DE-89182 Bernstadt
07348-9480-Tel 26, Fax 27

Missionswerk Friedensstimme
Postfach 100638 
DE-51606 Gummersbach

Sommer  2008 (+2=MESZ)
Evangelische Missions Gemeinden: 
10.30-10.59: 6055 (W-125 kW, nd) Sa So Deutsch 
Missionswerk Friedensstimme 
11.00-11.30: 13710 (W-250 kW, 20°) für Sibirien: Sa Russisch 
15.04-15.33: 11955 (W-250 kW, 70°) für Russland westlich des Ural: Sa Russisch
Uhr Weltzeit Frequenz (Sender) Programm
Winter 2008/09 (+1=MEZ)
Evangelische Missionsgemeinden
11.30-11.59: 6055 (W-125 kW, nd) Sa So Deutsch
Missionswerk Friedensstimme
12.00-12.30: 11840 (N-250 kW, 35°) Sa Russisch
16.00-16.30: 9605 (W-250 kW, 60°) Sa Russisch

Die Evangelischen Missions-Gemeinden
Die Evangelischen Missions-Gemeinden wurden 1987 in Filderstadt-Bonlanden (Württemberg) gegründet. Der Ort war mit Bedacht gewählt, denn rund 140 Jahre zuvor war eben in Bonlanden die methodistisch geprägte Evangelische Gemeinschaft gegründet worden. In beiden Fällen handelt es sich um eine Missionsgründung im Auftrag einer nordamerikanischen Kirchengruppe: Im "Informations-Rundschreiben über die Gründung der 'Evangelischen Missionsgemeinden in Deutschland e.V.' in Bonlanden" schrieb Albert Gießler im April 1987: "Durch die Neugründung der 'Evangelischen Missions-Gemeinden in Deutschland', wurde das alte Missionswerk wieder ins Leben gerufen. Es ist wieder der gleiche Ort, an welchem, vor etwa 140 Jahren die Evangelische Gemeinschaft gegründet wurde. Hier werden die Führungen, Fügungen und Wege unseres Gottes sichtbar. Wer dieses miterlebt hat, kann nur loben und danken, wie Gott mit begnadigten Sündern sein Reich baut! Möge es doch wieder eine erweckliche Bewegung werden!" Methodismus zeichnete sich im 19. Jahrhundert durch eine besondere Orientierung an Buße und Bekehrung, Bibeltreue und soziales Engagement ("Suppe und Seelenheil") aus.
Die Evangelische Gemeinschaft ist 1968 weltweit in der Evangelisch-methodistischen Kirche aufgegangen, deren deutscher Zweig donnerstags und freitags morgens bei Radio Luxemburg sendet und deren US-amerikanischer Zweig die humanitären Kurzwellensendungen von Radio Africa International über T-Systems Jülich finanziert. Unterstützung haben die Evangelischen Missions-Gemeinden von der Synode von Nordwest-Kanada, die die Gründung der Evangelisch-methodistischen Kirche abgelehnt hatte und das geistliche Erbe der Evangelischen Gemeinschaft für sich beansprucht. Enge Verbindungen gibt es auch zu Gemeindegründungsarbeit in Rumänien und Russland.
Bei der Gründung in Deutschland 1987 begründete man den Schritt so: "Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland viele Kreise, die außerhalb und teilweise auch innerhalb der Landeskirche stehen und keinen geistlichen Anschluß an ein größeres Werk, Verband oder Gemeinde haben. Sie drohen in der Masse und im religiösen und ökumenischen Durcheinander unterzugehen." Dem zitierten Informations-Rundschreiben wurde auch Material der landeskirchlichen Bekenntnisbewegung beigelegt, das damit aber natürlich nicht mehr deren innerkirchlichen Auseinandersetzung diente, sondern der Werbung für eine neue Gemeinschaft. Tatsächlich grenzt man sich nicht nur gegen die ökumenische Bewegung ab, sondern auch stark gegen die Deutsche Evangelische Allianz, in der sich konservative Christen und Christinnen aus den Volkskirchen, Freikirchen wie der Evangelisch-methodistischen Kirche  und missionarischen Werken zusammenfinden und auf deren Basis etwa auch der Evangeliums-Rundfunk arbeitet.

Die Radioarbeit
Ab 1987 erschienen in rascher Folge evangelistische und erbauliche Traktate. Am 4. Januar 2000 begannen die Missions-Gemeinden auch mit einer Radioarbeit, die seither dienstags um 19.15 Uhr Ortszeit auf der Luxemburger Mittelwelle 1440 kHz ausgestrahlt wird. Wie Evangelist Albert Gießler damals in einem Telefonat betonte, zielt die Arbeit der Stimme des Evangeliums auf eine "klare Buße, Bekehrung und Wiedergeburt" zu einem Leben in bibeltreuer Orientierung. Nur wenige Wochen kamen im August / September 2003 auch Sendungen bei Radio HCJB Quito, mittwochs um 7.30 MESZ statt des plattdeutschen Programms. Die 2003 zunächst im Sendeblock des Evangeliums-Radio-Hamburg freitags belegte Sendezeit wurde dagegen ausgebaut. Nach dem Tod von Dieter Waldner als treibender Kraft beim EVR mieteten die Evangelischen Missions-Gemeinden erstmals als separater Kunde Sendezeit bei T-Systems. Danach gab es zunächst zwei Abendsendungen für Mitteleuropa und eine Sendung mittwochs für Südamerika. Zum Wintersendeplan 2003/04 wurde der Sendeplan auf vier Sendungen aus Wertachtal ausgebaut. Empfangsberichte werden recht schnell mit einem Brief oder QSL-Karte und Beilagen bedankt.

Weiterer Ausbau der Kurzwellensendungen
Die Evangelischen Missionsgemeinden haben zum 15. November 2003 ihre Sendezeit bei T-Systems in Wertachtal weiter ausgebaut. Neu sind zwei Mittagssendungen am Wochenende, in denen vorläufig nur die Programme vom Donnerstag und Freitag wiederholt werden. Die deutschen Abendsendungen auf 6015 kHz sind praktisch unhörbar, da Radio France Internationale mit seinem Farsi-Programm dominiert. Die Mittagssendungen am Samstag und Sonntag waren dagegen gut zu  empfangen und lösten schließlich auch die Abendsendungen ab.
Die russischen Sendungen kommen offenbar vom Missionswerk Friedensstimme. Das Missionswerk Friedensstimme wurde 1978 von Evangeliums-Christen-Baptisten gegründet, die aus der Sowjetunion nach Westdeutschland umsiedeln konnten. Es widmete sich bis zur Perestrojka der Unterstützung der nicht-registrierten Baptisten in der UdSSR. Die 1961 gebildete Bruderschaft der Evangeliums-Christen-Baptisten sahen die Registrierung durch die Sowjetbehörden als Akt der Willfährigkeit gegenüber einem gottlosen System an und gingen deshalb lieber in die Illgealität. In Deutschland gründete sich ein eigener Gemeindebund von Evangeliums-Christen-Baptisten, da die persönliche Erfahrung mit Verfolgung mit der hiesigen Religionskultur nicht zusammenpasste und man auch die Baptistengemeinden als zu lau ansah. Seit dem Ende der Sowjetunion unterstützt das Missionswerk Friedensstimme die Missionsarbeit unter den verschiedenen GUS-Völkern.
Da die Evangelischen Missionsgemeinden Mission in GUS und Osteuropa unterstützen, ist nicht verwunderlich, dass es hier zu einer Kooperation gekommen ist. Vor dem Zerfall der Sowjetunion hatte das Missionswerk Friedensstimme Rundfunksendungen in Kooperation mit Trans World Radio.
 
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