| Religiösen Sendungen hört man oft die Herkunft nicht an. Noch mehr als bei der Morgenfeier oder Andacht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt das dort, wo religiöse Anbieter Sendezeit kaufen oder eigene Sender und Programme aufbauen. Nicht jeder katholische Anbieter ist auch die Stimme der römisch-katholischen Amtskirche. Noch weniger gilt bei protestantischen Radio- und Fernsehsendungen, dass sie mit einer traditionellen evangelischen Volks- oder Freikirche verbunden sind. Diese Internetseiten sollen zu ein wenig mehr Klarheit führen. Für regelmäßige Informationen über die Senderszene gibt es »Medien aktuell: Kirche im Rundfunk«. | -![]() |
| Kontakt
Evangelische Missions-Gemeinden, Jahnstraße 9, DE-89182 Bernstadt 07348-9480-Tel 26, Fax 27 Missionswerk Friedensstimme
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Sommer
2008 (+2=MESZ)
Evangelische Missions Gemeinden: 10.30-10.59: 6055 (W-125 kW, nd) Sa So Deutsch Missionswerk Friedensstimme 11.00-11.30: 13710 (W-250 kW, 20°) für Sibirien: Sa Russisch 15.04-15.33: 11955 (W-250 kW, 70°) für Russland westlich des Ural: Sa Russisch Uhr Weltzeit Frequenz (Sender) Programm Winter 2008/09 (+1=MEZ) Evangelische Missionsgemeinden 11.30-11.59: 6055 (W-125 kW, nd) Sa So Deutsch Missionswerk Friedensstimme 12.00-12.30: 11840 (N-250 kW, 35°) Sa Russisch 16.00-16.30: 9605 (W-250 kW, 60°) Sa Russisch |
Die Evangelischen
Missions-Gemeinden
Die Evangelischen Missions-Gemeinden wurden
1987 in Filderstadt-Bonlanden (Württemberg) gegründet. Der Ort
war mit Bedacht gewählt, denn rund 140 Jahre zuvor war eben in Bonlanden
die methodistisch geprägte Evangelische Gemeinschaft gegründet
worden. In beiden Fällen handelt es sich um eine Missionsgründung
im Auftrag einer nordamerikanischen Kirchengruppe: Im "Informations-Rundschreiben
über die Gründung der 'Evangelischen Missionsgemeinden in Deutschland
e.V.' in Bonlanden" schrieb Albert Gießler im April 1987: "Durch
die Neugründung der 'Evangelischen Missions-Gemeinden in Deutschland',
wurde das alte Missionswerk wieder ins Leben gerufen. Es ist wieder der
gleiche Ort, an welchem, vor etwa 140 Jahren die Evangelische Gemeinschaft
gegründet wurde. Hier werden die Führungen, Fügungen und
Wege unseres Gottes sichtbar. Wer dieses miterlebt hat, kann nur loben
und danken, wie Gott mit begnadigten Sündern sein Reich baut! Möge
es doch wieder eine erweckliche Bewegung werden!" Methodismus zeichnete
sich im 19. Jahrhundert durch eine besondere Orientierung an Buße
und Bekehrung, Bibeltreue und soziales Engagement ("Suppe und Seelenheil")
aus.
Die Evangelische Gemeinschaft ist 1968
weltweit in der Evangelisch-methodistischen Kirche aufgegangen, deren deutscher
Zweig donnerstags und freitags morgens bei Radio Luxemburg sendet und deren
US-amerikanischer Zweig die humanitären Kurzwellensendungen von Radio
Africa International über T-Systems Jülich finanziert. Unterstützung
haben die Evangelischen Missions-Gemeinden von der Synode von Nordwest-Kanada,
die die Gründung der Evangelisch-methodistischen Kirche abgelehnt
hatte und das geistliche Erbe der Evangelischen Gemeinschaft für sich
beansprucht. Enge Verbindungen gibt es auch zu Gemeindegründungsarbeit
in Rumänien und Russland.
Bei der Gründung in Deutschland 1987
begründete man den Schritt so: "Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland
viele Kreise, die außerhalb und teilweise auch innerhalb der Landeskirche
stehen und keinen geistlichen Anschluß an ein größeres
Werk, Verband oder Gemeinde haben. Sie drohen in der Masse und im religiösen
und ökumenischen Durcheinander unterzugehen." Dem zitierten Informations-Rundschreiben
wurde auch Material der landeskirchlichen Bekenntnisbewegung beigelegt,
das damit aber natürlich nicht mehr deren innerkirchlichen Auseinandersetzung
diente, sondern der Werbung für eine neue Gemeinschaft. Tatsächlich
grenzt man sich nicht nur gegen die ökumenische Bewegung ab, sondern
auch stark gegen die Deutsche Evangelische Allianz, in der sich konservative
Christen und Christinnen aus den Volkskirchen, Freikirchen wie der Evangelisch-methodistischen
Kirche und missionarischen Werken zusammenfinden und auf deren Basis
etwa auch der Evangeliums-Rundfunk arbeitet.
Die Radioarbeit
Ab 1987 erschienen in rascher Folge evangelistische
und erbauliche Traktate. Am 4. Januar 2000 begannen die Missions-Gemeinden
auch mit einer Radioarbeit, die seither dienstags um 19.15 Uhr Ortszeit
auf der Luxemburger Mittelwelle 1440 kHz ausgestrahlt wird. Wie Evangelist
Albert Gießler damals in einem Telefonat betonte, zielt die Arbeit
der Stimme des Evangeliums auf eine "klare Buße, Bekehrung und Wiedergeburt"
zu einem Leben in bibeltreuer Orientierung. Nur wenige Wochen kamen im
August / September 2003 auch Sendungen bei Radio HCJB Quito, mittwochs
um 7.30 MESZ statt des plattdeutschen Programms. Die 2003 zunächst
im Sendeblock des Evangeliums-Radio-Hamburg freitags belegte Sendezeit
wurde dagegen ausgebaut. Nach dem Tod von Dieter Waldner als treibender
Kraft beim EVR mieteten die Evangelischen Missions-Gemeinden erstmals als
separater Kunde Sendezeit bei T-Systems. Danach gab es zunächst zwei
Abendsendungen für Mitteleuropa und eine Sendung mittwochs für
Südamerika. Zum Wintersendeplan 2003/04 wurde der Sendeplan auf vier
Sendungen aus Wertachtal ausgebaut. Empfangsberichte werden recht schnell
mit einem Brief oder QSL-Karte und Beilagen bedankt.

Weiterer Ausbau
der Kurzwellensendungen
Die Evangelischen Missionsgemeinden haben
zum 15. November 2003 ihre Sendezeit bei T-Systems in Wertachtal weiter
ausgebaut. Neu sind zwei Mittagssendungen am Wochenende, in denen vorläufig
nur die Programme vom Donnerstag und Freitag wiederholt werden. Die deutschen
Abendsendungen auf 6015 kHz sind praktisch unhörbar, da Radio France
Internationale mit seinem Farsi-Programm dominiert. Die Mittagssendungen
am Samstag und Sonntag waren dagegen gut zu empfangen und lösten
schließlich auch die Abendsendungen ab.
Die russischen Sendungen kommen offenbar
vom Missionswerk Friedensstimme. Das Missionswerk Friedensstimme wurde
1978 von Evangeliums-Christen-Baptisten gegründet, die aus der Sowjetunion
nach Westdeutschland umsiedeln konnten. Es widmete sich bis zur Perestrojka
der Unterstützung der nicht-registrierten Baptisten in der UdSSR.
Die 1961 gebildete Bruderschaft der Evangeliums-Christen-Baptisten sahen
die Registrierung durch die Sowjetbehörden als Akt der Willfährigkeit
gegenüber einem gottlosen System an und gingen deshalb lieber in die
Illgealität. In Deutschland gründete sich ein eigener Gemeindebund
von Evangeliums-Christen-Baptisten, da die persönliche Erfahrung mit
Verfolgung mit der hiesigen Religionskultur nicht zusammenpasste und man
auch die Baptistengemeinden als zu lau ansah. Seit dem Ende der Sowjetunion
unterstützt das Missionswerk Friedensstimme die Missionsarbeit unter
den verschiedenen GUS-Völkern.
Da die Evangelischen Missionsgemeinden
Mission in GUS und Osteuropa unterstützen, ist nicht verwunderlich,
dass es hier zu einer Kooperation gekommen ist. Vor dem Zerfall der Sowjetunion
hatte das Missionswerk Friedensstimme Rundfunksendungen in Kooperation
mit Trans World Radio.
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Dr. Hansjörg Biener 0308
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