| Jülich
Mit der Niederlage des Deutschen Reiches im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten deutschen Kurzwellenanlagen von den Alliierten gesprengt oder von den Besatzungstruppen übernommen. Erst nach und nach waren einzelne deutsche Sender wieder auf Kurzwelle zu hören, so als erster 1946 Radio München. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland stand bald die Frage nach einem eigenen Auslandsdienst im Raum. Am 3. Mai 1953 meldete sich kurz vor Mittag erstmals die Deutsche Welle im Konzert der Auslandsdienste. Damals sendete man gerade drei Stunden in deutscher Sprache aus Osterloog in Ostfriesland. Empfangsberichte geben nicht nur Auskunft über die Empfangsqualität, sondern sind auch ein Nachweis der Effektivität gegenüber den Sendezeitkunden. Als kleine Freundlichkeit lagen den QSL-Briefen auch Photos (© !) von der Sendeanlage bei. |
![]() |
Jülich -
erste große Sendestelle der Deutschen Welle
Da die Deutsche Welle in Köln angesiedelt
wurde, suchte man einen geeigneten Sendeplatz in der Nähe, um die
Zuspielleitungen kurz und mögliche Störungen gering zu halten.
Damals gab es noch keine Glasfaserkabel oder Signalzuführungen via
Satellit. Jülich liegt im Städtedreieck Köln - Aachen -
Düsseldorf unweit des Braunkohletagebaus. Am 2. Juli 1955 wurde der
Grundstein für das erste große Kurzwellenzentrum der Deutschen
Welle gelegt. Im Unterschied zu den anderen ARD-Anstalten wurden die Sendeanlagen
der Deutschen Welle von der Bundespost bereitgestellt.
Der erste 100-kW-Sender nahm am 1. April
1956 den Betrieb auf. Am 27. März 1960, wenige Wochen nach dem Sendebeginn
des fünften Senders, wurde die Sendezeit auf 45 Stunden ausgedehnt.
Zu diesem Zeitpunkt nahm die Deutsche Welle zum Beispiel ihren Lateinamerika-Dienst
in Spanisch und Portugiesisch auf. Im Vollausbau des Standorts standen
der Deutschen Welle ab dem 3. September 1968 neun 100-kW-Sender zur Verfügung,
ein weiterer als Reserve. Hinzu kamen zeitweise die beiden 20 kW-Sender aus
Osterloog, die nach Jülich umgesetzt wurden.
Ein zweites großes Kurzwellenzentrum
wurde zu den Olympischen Spielen 1972 im Wertachtal aufgebaut. Hier standen
der Deutschen Welle nun 500-kW-Sender zur Verfügung. Mit dieser Ausstattung
und Relaisstationen in Übersee war die Deutsche Welle einer der großen
Auslandsdienste der Welt.
Beim Beitritt der ostdeutschen Länder
zur Bundesrepublik fielen ihr 1990 noch die Kurzwellensender von Radio
Berlin International in Nauen, Königs Wusterhausen und Leipzig zu.
Just zu diesem Zeitpunkt lief eine grundlegende Erneuerung der Sendeanlage
in Jülich.
Ihren letzten Ausbaustand erreichte die Station
Jülich mit einem umfangreichen Modernisierungsprogramm von 1985 bis 1993. Bis
auf die beiden neuesten, 1968 installierten Sender wurden die vorhandenen
Anlagen entfernt und an ihrer Stelle zehn neue Sender mit energiesparender
Technik (Pulsdauermodulation, DAM-Steuerung) eingebaut. Die Antennenanlage für
die insgesamt zwölf Sender wurde ebenfalls auf den aktuellen technologischen
Stand gebracht, indem die alten rhombischen Antennen durch Vorhangantennen
ersetzt wurden.
Jülich auf
dem freien Markt
1996, kurz nach der Privatisierung der
Deutschen Bundespost, stellte die Deutsche Welle die Nutzung der Sendeanlagen in
Jülich ein und konzentrierte sich auf die Wertachtal und Nauen, von wo man
mit 500 kW senden konnte. Mit dem Sendebeginn der erneuerten Station Nauen
1996 wurden 90 Prozent der Sendezeit in Jülich frei. Die Sendestelle
Jülich musste sich darum neue Kunden für zwölf 100-kW-Sender und
42 Vorhangantennen suchen. Auf dem freien Markt konkurrierte die Station
mit Anbietern aus Großbritannien, Russland und anderen Ländern,
machte aber als Antwort auf deren Preise die Qualität der Technik und
den Rundumservice samt Frequenzsuche und -koordinierung geltend.
Im Angebot sind folgende Dienstleistungen:
- Ausarbeitung von Frequenz- und Sendeplänen
für das gewünschte Zielgebiet inklusive einer Empfangsprognose.
- Vertretung der berechneten Sendepläne
bei der internationalen Kurzwellen-Koordinierungskonferenz HFCC.
- Heranführung des Programms zur
Sendestelle Jülich je nach Anforderung des Kunden über Satellit
oder andere Möglichkeiten der Programmzuspielung.
- Verbesserung des Modulationssignals
durch den Einsatz von Audio-Prozessoren, die in den Kurzwellensendern integriert
sind.
- Abstrahlung der Hörfunkprogramme
mit einer garantierten Senderverfügbarkeit von 99,9 % über ein
Jahr im 24-Stunden-Betrieb.
- Monitoring der auszustrahlenden Sendung
An die 100 verschiedene Kunden haben in
den letzten zehn Jahren zeitweise oder dauerhaft Sendezeit in Jülich
gekauft. Die Sendepreise richten sich je nach dem gebuchten Paket, und
obwohl in Kurzwellenkreisen manchmal recht zutreffende Zahlen kursieren,
werden sie direkt mit den Interessenten ausgehandelt. Für bestimmte
Zielgebiete wie etwa Ostafrika hat sich aber Jülich als möglicher
Sendestandort längst durchgesprochen.
Nach dem Ende des Kalten Kriegs
und den damit verbundenen Störsendungen sind bei weitem nicht 500
kW-Sender zur regelmäßigen Versorgung eines Zielgebietes nötig.
In der Regel bieten die 100-kW-Sendungen den Kunden die beste Relation
zwischen den nötigen Empfangsstärken im Zielgebiet und ihren
finanziellen Möglichkeiten.
Das Interesse von Programmanbietern erreichte einen Umfang, der in Spitzenzeiten über die Gesamtkapazität der Sendestation Jülich hinausging. Entsprechende Anforderungen wurden durch eine Mitnutzung ("Programmauslagerung") der Sendeanlagen Wertachtal und Nauen realisiert, die sonst noch pauschal für die DW arbeiteten. Später begann auch eine gezielte Vermarktung der Sendestation Wertachtal für Kunden, die eine höhere Sendeleistung (hier meist 250 kW) wünschten. Ein Beispiel sind die seit 2002 über Wertachtal ausgestrahlten Sendungen von Gospel for Asia für Südasien. Immer wieder sprang auch Wertachtal mit 125 kW ein, wenn die Sender in Jülich ausgebucht sind bzw. durch Senderwartungen Engpässe möglich sind.
Auslandssender
Nach wie vor gehören Auslandssender
zu den wichtigsten Kunden, denn sie mieten verlässlich größere
Blöcke von Sendezeit an. Dienste, die über keine oder keine für
ihre Zwecke ausreichenden Sendeanlagen verfügten, nutzten die voll
ausgebaute Infrastruktur Jülichs.
Ab dem 1. Januar 1996 sendete Radio Vilnius
für Nordamerika statt aus Krasnodar aus Jülich und war damals
einer der ersten Kunden, die von der Deutschen Telekom für Jülich
gewonnen werden konnten. Als 2001 eine neue Anlage in Sitkunai zur Verfügung
stand, wurde Jülich zur Reservestation. Als Schweizer Radio International
wegen der Elektrosmogbedenken im Inland einen Sender nach dem anderen stilllegen
musste, wich der Schweizer Auslandsdienst bis zu seinem Sendeende 2004
auch nach Jülich aus und machte die Station auch zur Reserve für
den letzten in Betrieb befindlichen 500-kW-Kurzwellensender in Sottens.
Zwei andere Beispiele sind RTBF ab 1998
und Radio Vlaanderen Internationaal 1999-2005 als Stimmen der wallonischen
und flämischen Kantone Belgiens. Nach sechs Jahren ohne Kurzwellensendungen
meldete sich die RTBF im Dezember 1998 mit Testsendungen über Jülich
auf der Kurzwelle zurück und sendet hier seit 1999 ein Relais des
ersten Inlandsprogramms.
Religiöse
Sendungen
Eine zweite Gruppe bieten religiöse
Anbieter unterschiedlichster Herkunft, die mal viele Stunden pro Tag senden,
mal nur wöchentlich oder noch seltener. Zu den bekannteren gehören
seit 1996 Adventist World Radio (seit 1996), Trans World Radio (seit 1997),
IBRA-Radio und Family Radio (beide seit 2001). Sie mieten seit vielen Jahren
recht stabile Sendepläne an.
Ganz anderer Art sind die Sendungen des
nicht unumstrittenen Brother Stair, der seit 1997 nach Kassenlage mal nur
einige Stunden kauft, dann aber auch mal alle in einer bestimmten Sendestunde
verfügbaren Sender belegt. Interne Querelen in der Kommune des nicht
ganz unumstrittenen Endzeitpropheten wurden auch für die Hörerschaft
von Jülich deutlich, als eine abgesplitterte Gruppe Sendezeit für
ihre Sicht kaufte. Je nach Kassenlage und Kundeninteresse "atmen" auch
die Sendepläne von Bible Voice und Pan American Broadcasting, die
als Sendzeitmakler T-Systems in ihrem Angebot von Sendestationen haben.
Besonderes Interesse verdienten die humanitären
Sendungen der United Methodist Church, die nach Testsendungen im Dezember
2000 bis 2004 gleich acht Sendestunden täglich für Afrika sendete.
Ihre Magazinsendungen mit Musik, Informationsanteilen und religiöser
Besinnung hoben sich deutlich von den reinen Predigtsendungen anderer Anbieter
ab. Ein weiterer aus dem typischen Angebot von Predigtsendungen herausfallender
Anbieter war 2001/02 Radio Ecclesia. Da die angolanische Regierung seit
Jahren die Ausweitung des Sendernetzes verschleppte, sorgte der katholische
Sender durch Kurzwellensendungen für eine gewisse Flächendeckung.
2002 wanderte der Sender, der als zuverlässigste Nachrichtenquelle
aus und für Angola galt, zu Sentech in Meyerton ab.
Als Eintrittskarte in den Markt
deutscher Missionsarbeiten erwies sich das Evangeliums-Radio-Hamburg ab
2000. Es organisierte 2003 eine ganze Sendeleiste. Geblieben sind als eigene
Kunden von T-Systems die täglichen deutschen Sendungen von Radio HCJB
Quito, aber auch die Evangelischen Missionsgemeinden und das Missionswerk
Friedensstimme (russische Sendungen).
Oppositionsprogramme
Eine dritte Gruppe von Sendezeitkunden
sind Untergrund- und Oppositionsprogramme vor allem für das Horn von
Afrika und für asiatische Zielgebiete. Sie werden so vertraulich betreut,
wie sie es wünschen. So erscheint beispielsweise die Democratic Voice
of Burma, einer der frühesten und treuesten Kunden, auch offiziell
in den Sendeplänen. Sie sendet seit 1997 regulär über die
Telekom-Sendeanlage in Jülich, was damals ein Politikum war. Die Democratic
Voice of Burma begann 1992 mit 25 Minuten täglich über die Anlagen
von Radio Norway International, was die norwegische Regierung als Geste
der Unterstützung der burmesischen Opposition betrachtete. Als der
Oppositionssender 1996 zur Ergänzung der aus Norwegen ausgestrahlen
Sendungen auch Zeit in Jülich kaufen wollte, gab es einen Einspruch
aus dem Außenministerium, der nach öffentlichen Protesten zurückgezogen
wurde.
Während die größeren Kunden
das Frequenzmanagement selber betreiben, lassen viele der kleineren auch
die Frequenzplanung in Jülich machen. An sich sind die von Jülich
verbreiteten Frequenzpläne vollständig. Gelegentlich möchte
aber ein Sendezeitkunde nicht allzu offensichtlich in diesem Sendeplan
erscheinen. Dann erscheint am Ende des Eintrags das Kürzel DTK. Empfangsberichte
an solche Kunden können nach Jülich geschickt werden und werden
weitergeleitet.
Veranstaltungsrundfunk
Die letzte Kundengruppe ist der Veranstaltungsrundfunk.
Sei es für ein Wochenende, sei es für den Sommer mieten sich
Lokal- und Regionalstationen ein, die damit auch einmal in den südeuropäischen
Urlaubsgebieten bzw. "weltweit" zu hören sind und die Sendezeitkosten
als PR-Aktivität verbuchen könnten. Bisher gab es Kunden aus
Belgien, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden.
Ein Beispiel anderer Art ist MV Baltic
Radio (www.mvbalticradio.de), das am 28. August 2005 seinen ersten Geburtstag
als Kurzwellenprogramm feierte. Das privat finanzierte Programm kommt vom
R&R Medienservice um den Initiator Roland Rohde und Stephan Rudolph-Kramer
und soll Mecklenburg-Vorpommern in Europa und der Welt bekannter machen.
Empfangsberichte mit Rückporto werden mit einer QSL- Karte bestätigt.
Hoffnungsträger Digitalradio
Seit einigen Jahren gilt Digital Radio
Mondiale als Hoffnungsträger der alten Rundfunkbereiche Lang-, Mittel-
und Kurzwelle, denen der UKW-Rundfunk dank deutlich besserer Audioqualität
den Rang abgelaufen hat. DRM soll aber nicht nur den Höreindruck verbessern,
sondern bei niedrigeren Sendeleistungen und Betriebskosten die Kosten der
Betreiber senken und durch diverse Zusatzdienste neue Geschäftsmöglichkeiten
ermöglichen. Lange bevor es Digital Radio Mondiale gab, das 1998 als
Konsortium konstituiert wurde, war Jülich 1996 der erste Ort für
eine Machbarkeitsanalyse von Digitalsendungen auf Kurzwelle.
In Kooperation mit verschiedenen Anbietern
ist T-Systems intensiv an der Entwicklung und an Feldtests von DRM-Kurzwelle
beteiligt. Ab 21. Juni 2005 führten beispielsweise BCE, der Senderbetreiber
für Radio Luxemburg, und T-Systems Jülich Tests mit einer Gleichwelle
zur Versorgung Frankreichs durch. BCE setzte einen Sender in Junglinster
ein, T-Systems zwei in Jülich. Technisch gesehen war der Test ein
Erfolg, denn man erreichte eine gute Abdeckung des Zielgebiets.
Am 1. August begannen Kurzwellensendungen
im Hinblick auf die Wiederbelebung des legendären englischen Programms
von Radio Luxembourg. Die Testsendungen bestanden aus einem Musikteppich
aus classic rock music, Jingles (The best in classic rock – Radio Luxembourg)
und verschiedentlichen Ansagen. Nachdem die Station zunächst 10.00-16.00
Uhr auf 7145 kHz (Jülich 40 kW, 290°) in Richtung Britische Inseln
ausstrahlte, wurde im September auch eine website www.radioluxembourg.co.uk
mit demselben Programm aktiviert. Auf der Webseite wurde bis zum 12. September
zurückgezählt. Die parallele Entwicklung von Verbreitungswegen
ist durchaus naheliegend, denn gerade im britischen Markt ist "Multiplattform"
ein gängiges Stichwort. Kaum ein UKW- oder Mittelwellensender kann
darauf verzichten, auch Internet, terrestrisches und / oder satellitengestütztes
Digitalradio zu nutzen. Anders als in Deutschland wird der Übergang
zum Digitalrundfunk politisch gewollt und durchgesetzt. Wer seine traditionelle
UKW- oder Mittelwellenfrequenz behalten will, muss sich für ein vereinfachtes
Verlängerungsverfahren auch zu einem erheblichen DAB-Engagement verpflichten.
2006 Verkauf an
Christian Vision
Mit dem Auslaufen der entsprechenden Verträge
zog sich die Deutsche Welle Anfang 2007 dann auch von den Standorten Wertachtal
und Nauen zurück. Stattdessen nutzte sie die Dienste des britischen
Unternehmens VT Communications für Ausstrahlungen, die nicht von den DW-eigenen
Sendern in Portugal, Ruanda und Sri Lanka abgedeckt werden können. Damit konnte
T-Systems (Deutsche Telekom AG), wie zuvor ab 1996 die Sendestation Jülich,
auch die über 16 Sender verfügende Großstation Wertachtal und die erst 1997
in Betrieb gegangenen neuen Sender bei Nauen nur noch durch eine Vermietung an
andere Kunden erhalten.
Für die Sendestation Jülich eröffnete sich die Möglichkeit eines Verkaufs an Christian Vision, ein durch den britischen Multimillionär Robert Edmiston gegründetes Missionswerk. Mit einer Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2007 wurde die Übergabe Christian Vision abgewickelt. CVC International, das bisher eigene Kurzwellenzentren in Australien, Chile und Sambia besaß und Sendezeit zukauft, bekam mit Jülich eine ursprünglich für die Weltversorgung ausgestattete Station, die Möglichkeiten für Europa, Afrika, den Nahen und Mittleren Osten sowie den GUS-Raum eröffnet. Bisher sendete CVC International christlich eingefärbte Tagesbegleitprogramme in Englisch, Chinesisch, Hindi, Indonesisch, Portugiesisch und Spanisch. Naheliegend wären jetzt auch Arabisch, Französisch und Russisch gewesen.
Da die britische Radiomission Vision nicht die volle Kapazität von Jülich brauchte, wurden je zwei Sender für Nauen und Wertachtal abgezogen. In Nauen ist diese Technik jetzt mit einer Antenne im Einsatz, die zuvor seit dem Jahre 2000 stillgelegt war. Damit betreibt die Media-Broadcast in Deutschland insgesamt immer noch 21 Kurzwellensender. Die Übergabe der technischen Einrichtungen der Rundfunksendestelle Jülich bedeutete aber nicht das Ende einer Nutzung durch Media Broadcast (ex T-Systems). Tatsächlich bildeten diese Ausstrahlungen weiter den Schwerpunkt, nachdem die Aktivitäten des neuen Eigentümers nicht über das Versuchsstadium hinauskamen. Allerdings sollte die Ausstrahlung der nach Jülich ausgelagerten Programme auch von anderen Media Broadcast-Standorten (Nauen, Wertachtal, Issoudun u.a.) möglich sein.
Aus Jülich unterhielt Christian Vision seit dem Erwerb der Station einige Ausstrahlungen in Richtung GUS, bei denen es sich um Übernahmen von dortigen Partnersendern handelte. Hinzu kamen einige Digitalsendungen mit dem in Australien produzierten, sonst von dort aus nach Asien gesendeten englischen Programm des als CVC auftretenden Medienzweigs von Christian Vision.
Bis jetzt beschränkt sich die Nutzung
der Jülicher Sender durch Christian Vision auf eine Übernahme
von Swetloje Radio – Radio Emmanuil, die 14.00-18.00 (MEZ 15.00) Uhr. Bei
Radio Emmanuil handelt es sich um eine Station aus Kiew, die dort auf UKW
67,28 MHz sendet. Nach eigenen Angaben nutzt Radio Emmanuil auch den Satelliten
Sirius 2 (5° Ost).
Ansonsten werden die Kurzwellensender
im Zeitraum von 14.00-20.00 Uhr weiterhin auch von Media&Broadcast,
dem bisherigen Rundfunkbereich der Deutschen Telekom, genutzt. (Kai Ludwig
14.1.2008)
Ergänzend zu den Ausstrahlungen aus
Nauen und dem Wertachtal überträgt Media&Broadcast aus Jülich
derzeit folgende Programme:
15.00-16.00 Uhr: 5965 kHz, nur sonntags;
Radio Traumland
15.00-17.00 Uhr: 13810 kHz, The Overcomer
(„Brother Stair“)
15.30-16.29 Uhr: 6035 und 7180 kHz, Polskie
Radio (Weißrussisch)
16.00-16.59 Uhr: 12035 kHz, Bible Voice
Broadcasting (Sendezeit variiert)
16.30-16.59 Uhr: 7335 kHz, Polskie Radio
(Russisch)
16.30-17.00 Uhr: 6000 kHz, Polskie Radio
(Ukrainisch)
17.00-17.29 Uhr: 9440 kHz, Polskie Radio
(Ukrainisch)
17.00-17.30 Uhr: 9850 kHz, nur Do; Pan
American Broadcasting
17.00-17.59 Uhr: 3955 kHz, Radio HCJB
(Deutsch)
17.00-18.00 Uhr: 6110 kHz, The Overcomer
(„Brother Stair“)
17.29-17.59 Uhr: 5950 kHz, nur sonnabends,
Trans World R. (Rumänisch)
17.30-18.29 Uhr: 11645 kHz, Bible Voice
Broadcasting
17.30-18.29 Uhr: 12110 kHz, Voice of America
(Persisch)
17.30-18.59 Uhr: 6140 kHz, Polskie Radio
(Polnisch)
17.30-20.29 Uhr: 9460 kHz, Bible Voice
Broadcasting (Sendezeit variiert)
18.00-20.59 Uhr: 9925 kHz, Family Radio
(Türkisch)
18.30-18.59 Uhr: 9660 kHz, IBRA-Radio
(Somali)
18.30-19.00 Uhr: 9520 kHz, IBRA-Radio
(Swahili)
18.30-19.29 Uhr: 9495 kHz, Voice of America
(Persisch)
19.00-19.59 Uhr: 7210 kHz, Bible Voice
Broadcasting (Endzeit variiert)
19.30-19.45 Uhr: 11840 kHz, Radio Reveil
Paroles de Vie
19.30-20.30 Uhr: 9680 kHz, Voice of America
(Persisch)
19.30-20.59 Uhr: 7260 kHz, nur sonntags;
Bible Voice Broadcasting
20.00-20.59 Uhr: 9620 kHz, nur Mi, Fr,
So; Fine Democracy (Amharisch)
20.00-21.00 Uhr: 11955 kHz, Adventist
World Radio (Arabisch)
20.30-20.59 Uhr: 5850 kHz, Polskie Radio
(Ukrainisch)
MEZ!!
Die Beschränkung der Sendezeit auf
den Zeitraum von 14.00-20.00 Uhr betrifft offenbar den Betrieb der Anlagen
insgesamt. Aus diesem Grund findet auch eine im Vorfeld angekündigte
digitale Sendung von CVC (der Mediensektion von Christian Vision) nicht
statt, die zwischen 10.00 und 13.00 Uhr auf 7120 kHz laufen sollte.
Literaturhinweis:
Biener, Hansjörg:
50 Jahre Jülich auf Sendung, in: Sender und Frequenzen 2006 (Hg. Michael
Schmitz / Wolf Siebel). 1. Nachtrag, Baden-Baden: vth, 2006, S. 36-40.
| ©
Dr. Hansjörg Biener 0104
jüngste Bearbeitung 0801 Eingangsseite |
AM-Rundfunksender
in Mitteleuropa
Auslandsdienste in deutscher Sprache Weitere internationale Sender Religiöse Sender und Sendungen |