| IRIB External Serice, German Programme
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Sommer 2009 2010
Winter 2010/11 17.30-18.27:
6205 (Sirjan 500 kW, 310°) 7425 (Kamalabad 500 kW, 310°) + 6115 (Sitkunai LT
100 kW, 259°) |
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„Im August [1968] nahm der Auslandssender Radio Iran seine Kurzwellensendungen in deutscher Sprache wieder auf. 1958 waren diese Sendungen eingestellt worden. Das halbstündige Programm wird täglich um 20.00 MEZ über zwei 100-kW-Sender auf den Frequenzen 11730 und 15135 kHz ausgestrahlt. - Außer in Deutsch sendet Radio Iran in Arabisch, Englisch, Französisch, Persisch, Russisch und Türkisch.“ [Chronik (1.7.-30.9.1968), in: Rundfunk und Fernsehen 16,1968,4, S. 429-447, S. 445.]
Der iranische Rundfunk verfügt über sehr umfangreiche Kurzwellenkapazitäten, die er allerdings ab Ende 2003 kaum noch für Westeuropa nutzte. Neben weiteren Sendern geringerer Leistung sind Sender mit einer Leistung von 250 bzw. 500 kW in Kamalabad bei Teheran (16 Sender), im nahe der Grenze zum Irak gelegenen Ahwaz (zwei Sender), in Mashad im Nordosten des Landes (vier Sender), in Zahedan nahe des Dreiländerecks mit Afghanistan und Pakistan (zwei Sender) sowie im etwa 250 km nördlich der Straße von Hormus gelegenen Sirjan (zehn Sender) installiert. Die 1990 in Betrieb genommene Station Sirjan wurde dabei von der Berliner Firma Telefunken errichtet.
Entgegen den nach einer Mitte September 2003 von der technischen Abteilung erstellten Unterlagen für die Winterperiode schränkte der staatliche iranische Rundfunk IRIB seine Ausstrahlungen auf Kurzwelle am 26. Oktober 2003 massiv ein und strahlte nur noch einen kleinen Teil der Sendungen aus. Bereits im Juli 2003 hatte es geheißen, die Leitung von IRIB erwäge einen Verzicht auf die Kurzwelle. Betroffen waren neben Farsi und Englisch, die gar nicht mehr zu hören waren, vor allem europäische Sprachdienste, insbesondere auch Deutsch. Zunächst wurden nur ein Sender aus Ahwaz und je drei aus Kamalabad und Sirjan gehört.
Wegen der Nichtausstrahlung auf Kurzwelle
verbreitete die deutsche Redaktion der Stimme der Islamischen Republik
Iran ihren Hörerbriefkasten auch per e-Mail. Er sei im Folgenden vollständig
zitiert, weil er nicht nur die Reaktion auf die Entscheidung des Managements
deutlich macht, sondern auch die generelle Ausrichtung des Programms illustriert.
Wir und unsere Hörer
Wir begrüßen Sie herzlich und bedanken uns bei Ihnen für die netten E-Mails, die wir von Ihnen erhalten haben. Wir bedauern uns, dass die Kurzwelle zurzeit außer Betrieb ist und bitten Sie hiermit, unser Wir und unsere Hörer per E-Mail zu lesen.
Heute an diesem kühlen regnerischen ersten Wochenende im November dieses Jahres, in dieser Stunde, die die Stunde von Wir und unsere Hörer, ist, in diesem Augenblick, in dem wir nur schon seit Jahren vor dem erwartungsvoll lauschenden Publikum den Hörerpostkasten zu öffnen pflegen, fällt Ihrer ergebenen Ansprechpartnerin und Moderatorin am Mikrophon, Ursula Zangeneh, zum ersten Mal das Sprechen schwer. Nicht, dass ich meine alte Beredsamkeit und den Rest des Humors, der dem Ernst des Lebens noch abzuringen war, im Fastenmonat Ramadan vor Hunger und Schwäche eingebüßt hätte!
So ist es nicht, und auch mit dem Verdacht, eine erneute Grippe hätte mir die Stimme verschlagen, liegen sie falsch! Nein. Das, was mir heute die Sprache verschlägt, ist die Unsinnigkeit meines Tuns! Die Perversität meiner Situation! Ich möchte zu Ihnen sprechen über Dinge, die sie angehen, aber ich weiß, dass meine Stimme Ihr Ohr nicht erreichen kann. Im Prinzip rede ich also gegen die Wand. Es gibt keine Frequenz im Kurzwellennetz, die sie zu Ihnen hinübertragen könnte. Alle Ihre verzweifelten Versuche, auf dem Wellenempfänger die Stimme der Islamischen Republik Iran zu finden, werden umsonst sein. Umsonst haben Sie sich eine Woche lang auf diese gemeinsame Stunde mit dem Hörerkasten gefreut. Im Äther schwingt keine Frequenz mehr für Radio Teheran, seit dem die Sommerfrequenzen abgeschaltet worden sind. Für die Kurzwellenfreunde eine Katastrophe!
Der unvorhergesehene, plötzliche Ausfall sämtlicher Frequenzen, zu dem es bis dato keine befriedigende Erklärung für uns gibt, hat uns und unsere Hörer wohl im gleichen Maß schockiert. Tatsache ist, dass dieser Vorfall nicht von ungefähr kommt, und dass es sich auch nicht um eine technische Panne dabei handelt. Die Nicht-Inbetriebnahme des Kurzwellennetzes für die Ausstrahlung der Sendungen für das europäische Ausland im Winter ist beabsichtigt. Nur weiß keiner genau, was hinter dieser Absicht steht, und wie lange man meint, ohne das Kurzwellennetz auskommen zu können.
Die einzigen Möglichkeiten für den Empfang der Stimme der Islamischen Republik Iran Funk in Deutsch, bieten zurzeit nur das Internet und der Satellit Hotbird Three, über den neben dem IRIB-TV-Programm auch die deutschsprachige Sendung aus Teheran gehört werden kann. Wohl dem, der zu diesen Möglichkeiten Zugang hat! Von unserem Kurzwellenhörerstamm werden es die wenigsten sein. Allerdings geben wir, d.h. sämtliche Redaktionen, die in europäischen Sprachen senden, uns mit diesem Zustand nicht zufrieden.
Eigentlich rechnen wir alle damit, dass es bald doch neue Frequenzen für unsere Stationen geben. Allein die Vorstellung, dass der Abbruch der Kurzwellenära für IRIB endgültig sein könnte, lässt mich erbeben, wo doch die ganze Sender-Hörer-Freundschaft, der gesamte Verkehr über den Hörerpostkasten, unsere jahrelange Korrespondenz primär auf dem Kurzwellenempfang basiert. Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht: Eines davon ist der Kurzwellenäther ohne Radio Teheran Mag sein, dass er heute ohne uns auskommt, morgen vielleicht auch noch- aber auf die Dauer wird man IRIB vermissen im Meer der Signale und Stimmen, und irgendwann wird IRIB wieder auf den Bändern sein, dort wo es im Oktober 2003 plötzlich spurlos verschwand.
Herr Przybylla im erzgebirgischen Limbach-Oberfrohna ist einer von denen, bei dem wir genau wissen, wie enttäuscht er sein wird, wenn heute „Wir und unsere Hörer“ nicht aus seinem Radio kommt. Noch am 7. Oktober 2003 hatte er uns 24 Empfangsberichte geschickt und dazu geschrieben: „Ihr werdet bereits gemerkt haben, dass ich immer die Sendung am Sonntag höre. Es tut gut zu hören, dass es Kollegen gibt, die der gleichen Meinung sind wie ich, wobei ich annehme, dass sich Amerikahörige kaum bei Euch melden werden.“ Und dann bedankt er sich für unsere Post vom 28. September und die Beilagen, die als Lesestoff für die nun immer länger werdenden Abende gedacht waren, und dabei fällt ihm ein, dass er neulich im Fernsehen eine interessante Sendung gesehen hatte, von der er uns berichten wollte.
„Der Sender Arte strahlte am 3.September eine Sendung über die ‚Gesichter des Terrors‘ aus. Darin wurde aufgezeigt, dass die Erfinder des Terrorismus die Zionisten sind. 1946 wurden von ihnen im Hotel David in Jerusalem 350 kg Sprengstoff gezündet. Dabei gab es 90 Tote. 40 davon waren Araber. Diese Tat, so Arte, wurde von Menachim Begin unterstützt. Auch der Attentäter Izhak Zadok wurde in diesem Fernsehbeitrag am Tatort gezeigt, ein Mann, der heute als angesehener Bürger in Israel lebt. Oft frage ich mich: Wer ist eigentlich auf die Wahnsinnsidee gekommen, den zionistischen Kuckuck in das arabische Nest zu legen. Ein Kuckuckjunges hat ja immer das Bestreben, alle anderen Nestinsassen aus dem Nest zu werfen. Ich vermute, die Engländer waren daran beteiligt. Unter dem Motto ‚Teile und herrsche‘?, an das sie sich in der Geschichte immer gehalten haben. -Wie dem auch sei: Es ist schon lobenswert, dass sich hier TV-Sender wie arte finden, die über Tatsachen berichten, die von anderen unter den Tisch gekehrt werden. Mit freundlichen Grüßen, Heinz Przybylla.“
Auch in den vergangenen Monaten hatte Heinz Przybylla unsere deutschsprachige Sendung mit großem Interesse verfolgt. „Da erfahre ich einiges, was hier nicht veröffentlicht wird. Besonders war ich schockiert über das Attentat auf Ayatollah Mohammad Bagher al Hakim. Da stellte ich mir die Frage, wem nützte dieser Tod. Es werden dieselben sein, die mit allen ihren Kräften verhindern wollen, dass im Irak ein Gottesstaat entsteht. Es gibt ja genügend Beispiele in der Geschichte, wie unliebsame Gegner umgebracht wurden. Hoffentlich bleibt unsere Regierung dabei, den Herrn Bush nicht bei seinem schmutzigen Kampf gegen die sich gegen die amerikanische Militärpräsenz im Irak aufbäumende Bevölkerung zu unterstützen. Dieser würde nämlich sofort Lust bekommen, sich über das nächste Land herzumachen.“
Über das schreckliche Bombenattentat vor der heiligen Grabmoschee des Imam Ali (Friede sei mit ihm) in Nadjaf, dem neben vielen Dutzend anderen unschuldigen Menschen auch der oberste schiitische Geistliche der irakischen Nation, Ayatollah Hakim, zum Opfer fiel, berichteten damals, glaube ich, alle Nachrichtenagenturen und, wie wir durch unseren Hörer Helmut Lesser in Gebesee wissen, auch die Thüringer Landeszeitung. Sie widmete am 30. August ihr Thema des Tages dieser Gewalttat und ließ durchblicken, wie weit und wie steinig der Weg bis zur Verwirklichung des Friedens und einer Ordnung der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in einem Irak, in dem sich unter den Augen der wachhabenden amerikanischen Demokratiebringer an helllichtem Tage eine solche Schandtat hatte ereignen können, auch jetzt nach der Beseitigung der Saddamdiktatur weiterhin geblieben ist. Für den betreffenden Zeitungsartikel dankt die deutsche Redaktion seinem freundlichen Absender in Gebesee, Herrn Helmut Lesser, recht herzlich.
Zu den Entwicklungen im Nachkriegsirak
hat sich dieses Mal auch unser Hörer Bernd Bickelhaupt in Seeheim
einmal wieder seine Gedanken gemacht; die füllen die Seiten seines
Juli- und seines Septemberbriefes, und heute ist die Gelegenheit günstig,
dass wir ihrem Gang einmal in aller Ruhe folgen, ein Ding, das bei Bernd
Bickelhaupt manchmal gar nicht so einfach ist.
„Vorgestern hörte ich, dass Saddam
Husseins Söhne getötet wurden. In der arabischen Welt regt man
sich darüber auf, dass die Bilder von den beiden Leichnamen gezeigt
wurden. Unter normalen Bedingungen stimme ich dem zu. Jeder Mensch hat
eine Würde, die ihm zusteht, egal, wie er sich sonst aufführt,
und die gebührt ihm erst recht, wenn er tot ist. Weniger vornehm ausgedrückt:
`Einen toten Hund tritt man nicht`. Die Bedingungen sind aber nicht normal.
Das irakische Volk will den eindeutigen Beweis, dass die verhassten Beherrscher
des Landes nicht wieder zurückkommen. Insofern müsste man, wenn
schon, den Irakern diesen Vorwurf machen. Im Übrigen hoffe ich, dass
man auch Saddam Hussein selbst bald findet- tot oder lebendig.
Nun, da der Krieg im Irak mehr oder weniger
vorbei ist, wird es Zeit nach vorne zu blicken und zuzusehen, dass es im
Irak bald eine Regierung gibt, die sich die Iraker selber wählen und
die sie auch akzeptieren. Es wird Zeit, dass die Leute im Irak endlich
damit anfangen, einen demokratischen Staat zu bilden. Die Minderheit muss
die Entscheidungen der Mehrheit schlucken, und die Mehrheit muss an die
Minderheit im Lande denken und darf sie nicht vergessen. Das nennt man
Demokratie.
Eine perfekte Demokratie ist wohl auf
der Erde nirgends zu finden. Aber so lange sie einigermaßen funktioniert,
ist es auch gut. Auf jeden Fall besser als der Zustand, der jetzt im Irak
herrscht: Gestern berichteten Sie in den Nachrichten, dass für die
Erteilung von Einreisevisa nun amerikanische Behörden zuständig
sind. Da im Irak die irakischen Behörden nicht einmal mehr befugt
sind, Strafzettel fürs Falschparken auszustellen, sind somit alle
Voraussetzungen, die für die Existenz eines selbständigen Staates
nötig sind, entfallen. Der Irak wurde von den USA und Großbritannien
regelrecht erobert und gehört daher de facto zum Staatsgebiet dieser
beiden Staaten. Die Iraker können keine Pässe mehr bekommen,
und die alten sind wahrscheinlich ungültig. Das bedeutet, dass die
bisherigen irakischen Staatsbürger de facto staatenlos, d.h. Ausländer
sind. Ausländer im eigenen Land!
Wenn es nun den Irak als Staat und eine
irakische Regierung als zuständige Instanz für die Bedürfnisse
des irakischen Volkes nicht mehr gibt, wäre es nicht viel ehrlicher,
wenn Sie in Ihren Sendungen auch nicht mehr den Namen ‚Irak‘ verwenden
würden. Wäre es nicht ehrlicher, wenn Sie von einer ‚amerikanisch-britischen
Sonderverwaltungszone Irak‘ sprechen würden? Das gibt die tatsächlichen
Gegebenheiten m. E. am besten wieder! Mein Vorschlag wäre, diese Bezeichnung
so lange zu verwenden, bis der Irak wieder selbst seine Visa erteilt, d.h.
wieder als Staat existiert, oder aber bis zu dem Zeitpunkt, dass das Gebiet
auf andere Staaten verteilt und der Irak somit aufgelöst wird. Mit
freundlichen Grüßen! Bernd Bickelhaupt.“
„Wie lange ist es her, als ich meine Besorgnis
über die Situation eines drohenden Krieges äußerte?“, fragt
unser Cottbuser Hörer Ralf Ladusch nach einem Jahr Schreibpause. In
der Zwischenzeit ist aus den Drohungen von damals bittere Wirklichkeit
geworden, und nun ist es nicht nur der Anblick der gestürzten Statuen
vom irakischen Diktator, sondern auch des materiellen und geistigen Scherbenhaufens
im Land, der dem Außenstehenden mit jedem erleichterten Seufzen zugleich
auch Bedauern abverlangt.
Ralf Ladusch, Cottbus, am 19. September:
Liebe Freunde in Teheran! Wieder einmal habe ich etwas Zeit, um ein paar
Zeilen zu Papier zu bringen. Seit meinem Umzug im Oktober 2002 hat sich
viel getan. Leid kam über die Bevölkerung des Irak. Doch sah
man auch Bilder von feiernden Menschen in den Straßen von Bagdad
und anderen Regionen. Die USA hat die Absetzung Saddam Husseins erreicht.
Doch haben sie den richtigen Weg zur Erreichung dieses Ziels gewählt?
Durften sie die Gewalt als Mittel wählen?
Ich bin ein Kind der DDR. So wurde ich
natürlich sozialistisch erzogen. Meine innere Einstellung ist aber
eher sozial, humanistisch, demokratisch und ökologisch in den Grundzügen,
auf keinen Fall aber in irgendeiner Form religiös angehaucht. Ich
beherzige zwar gewisse religiöse Grundwerte, dabei diese erscheinen
mir eher allgemein typisch auf der Welt. Das schlimme sind doch die Fanatiker
jeder Religion, die auch vor Gewalt im Namen der Religion nicht zurückschrecken.
Ich glaube, kein Gott, weder der der Juden, noch der der Muslime oder Christen,
hat den Menschen die Gewalt erlaubt. Nur in den Auslegungen der Heiligen
Schriften kommt Gewalt als legales Mittel vor; doch sind diese Auslegungen
menschliches Werk und haben keine absolute Gültigkeit. Aus ethischen
Gründen darf Gewalt kein Mittel sein. Gewalt kommt vom Menschen. Religiöse
Tarnmäntel sind Ausreden. Auch die christliche Kirche hat diesen Wahn
in diversen Kreuzzügen und Kriegen(z.B. im 30jährigen Krieg)
bewiesen und großes Leid über die Menschheit gebracht. Und jetzt
im Fall Irak stellt sich die Frage erneut: Durfte Gewalt das Mittel sein,
um menschenverachtendes Verhalten und Massenmorde unter dem Joch der Diktatur
zu beenden? Wer entscheidet, wo die Grenze liegt? Sollte eine Entscheidung
der Gewaltanwendung zur Verhinderung oben genannter Gründe getroffen
werden, kann dies nur auf UN-Ebene stattfinden und darf nicht, wie im Fall
Irak, nach wirtschaftlichen oder gar religiösen Gesichtspunkten entschieden
werden. An diese Prozedur haben sich die USA und Großbritannien nicht
gehalten. Dies muss man ihnen anklagend vorhalten. Sie fällten ihre
Entscheidung auf eigene Faust, wobei ihre Gründe fadenscheinig waren.
Bisher wurden keine Massenvernichtungswaffen
gefunden. Verwirrend ist, dass das irakische Regime die Waffeninspektoren
nicht umfassend unterstütze, um die Welt von ihrer Unschuld zu überzeugen.
Dies und vieles andere mehr im Vorfeld dieses Konfliktes schafft Unklarheiten
und schürt Verdächtigungen, und ganz können wir es nicht
überschauen. Wir bilden uns nur eine subjektive Meinung, die uns von
unserer Erziehung vorgegeben wird, und verurteilen vielleicht den Falschen.
Diese Welt ist so verworren. Ich höre so häufig wie es geht Radiostationen
aus aller Welt, um ihre Meinungen zu hören und die Fakten unter anderen
Aspekten zu sehen.
Den ständigen Anschlägen auf
die nun im Irak überall gegenwärtigen US-Truppen sieht man die
Unzufriedenheit mit der Situation an. Es reicht- Nun sollte schnellstmöglich
den Irakern die Macht und die Verwaltungskompetenzen wieder übergeben
werden. Entsteht aber nach dem Abzug der amerikanischen, britischen und
anderen Truppen möglicherweise ein Machtvakuum, das durch Bürgerkrieg
gefüllt wird? Es besteht die Gefahr, leider. Deshalb glaube ich, es
liegt bei der UNO, wesentlich aktiver für den Aufbau und die Befriedung
der Region einzutreten. Meiner Meinung nach sollte auch die Bundesrepublik
Deutschland eine aktivere Rolle nach dem Abzug der USA spielen. Die derzeitige
wirtschaftliche Lage stellt zwar ein großes Hindernis dar. Aber so
richtig schlecht geht es uns doch nicht.“
Ralf Ladusch, der nachdenkliche Verfasser dieses langen Hörerbriefes, macht uns am Schluss einen Vorwurf, mit dem er- wenn ich es mir echt überlege, nicht Unrecht hat. Neben den Vorgängen im Nachbarland Irak würden ihn als Hörer der Stimme der Islamischen Republik Iran nämlich noch mehr Meldungen aus dem iranischen Alltag interessieren, Themen, die neben Israel und Irak auch wichtig sind und derzeit in den Medien der Islamischen Republik Iran diskutiert werden. „Ich wünschte mir mehr Meldungen über die innenpolitische Situation im Iran. Man hört zuviel in den deutschen Medien, und ich kann Eure Meinung dazu nicht wahrnehmen. Ich glaube zu Alltagsfragen des Iran habt Ihr kaum etwas gebracht. Es gibt doch bestimmt täglich mehr Meldungen aus dem Inland, Meldungen, die ich will.“
„Die Islamische Republik Iran“, hakt der Schreiber noch ein abschließendes Mal mit Nachdruck nach, „ist ein sehr interessantes Land, sei es die Geschichte oder auch Gegenwart. Ich weiß, dass eine Wertung der derzeitigen innenpolitischen Lage in einem staatlichen Sender wie IRIB immer schwierig ist. Darum vertraut auf Eure Hörer! Sie wollen Information! Die heutige Gesellschaft ist eine Informationsgesellschaft. Natürlich ist es für uns gut zu erkennen, welche Haltung Ihr zu den einzelnen Meldungen einnehmt, und wie die öffentliche Meinung dazu ist. Dass die Regierung Euch beauftragt und finanziert, genauso wie es die meisten Regierungen mit ihren staatlichen Radiosendern tun, akzeptiere ich natürlich. Trotzdem interessiert mich, welche wichtigen Themen derzeit in Euren Medien und in den Reihen der Bevölkerung diskutiert werden. Auch diese Stimmen sollte Euer Radioprogramm wiedergeben.“
Soweit unser heutiger Versuch, einen Teil
der Meinungen und Anregungen, die von Seiten der Hörer geäußert
worden sind, zu Gehör zu bringen. Wieweit uns ein Erfolg beschieden
sein wird, liegt bei der Technik. Wie schön wäre es, wenn unsere
Stimme gar kein Medium benötigen würde. Dann bräuchten wir
uns um die verlorenen Kurzwellen nicht so zu grämen. Na ja! Tschüss
und ade!“
| ©
Dr. Hansjörg Biener 0311
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