© Dr. Hansjörg Biener

 
Religiösen Sendungen hört man oft die Herkunft nicht an. Noch mehr als bei der Morgenfeier oder Andacht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt das dort, wo religiöse Anbieter Sendezeit kaufen oder eigene Sender und Programme aufbauen. Nicht jeder katholische Anbieter ist auch die Stimme der römisch-katholischen Amtskirche. Noch weniger gilt bei protestantischen Radio- und Fernsehsendungen, dass sie mit einer traditionellen evangelischen Volks- oder Freikirche verbunden sind. Diese Internetseiten sollen zu ein wenig mehr Klarheit führen.  Für regelmäßige Informationen über die Senderszene gibt es »Medien aktuell: Kirche im Rundfunk«. Buch zur Grundinformation über die internationale Senderszene-Buch zur Grundinformation über die deutschen Radiomissionen

ELWA Monrovia
 
Kontakt
Moses Nyantee
Manager of Radio ELWA Monrovia
Box 192, Monrovia, Liberia
www.elwaministries.org
staff @ elwaministries.org
Sendeplan (Weltzeit)
etwa 5.30-8.00 und 18.00-21.00 Uhr
4760 kHz (1 kW)

2004: 50 Jahre Radio ELWA Monrovia
Praktisch unbemerkt von der Kurzwellenhörerschaft feierte Radio ELWA Monrovia am 18. Januar seinen 50. Geburtstag. 1954 war in Monrovia der erste 1-kW-Mittelwellensender einer US-amerikanischen Mission in Betrieb gegangen, die später auch ein Hospital aufbaute. Die Jubiläumsfeierlichkeiten fanden zeitgleich in Monrovia und in der Zentrale von SIM-International in  Charlotte, N.C. Zu den Teilnehmern in Monrovia gehörte auch Lee Sonius, der von SIM freigestellt wurde und derzeit in Cote d’Ivoire als Direktor der Sub-Saharan Africa Region von HCJB World Radio tätig ist. Er musste 1990 und 1996 mit seiner Familie das Land verlassen und verlor jeweils alles, was sie hatte. Ähnlich versammelten sich unter den Hunderten Gästen in den USA neben früheren ELWA-Missionaren bzw. deren Kindern auch zahlreiche Exilliberianer.

historische QSL-Karte von Radio ELWA Monrovia

Nachdem die Radioarbeit frühere Unruhen unbeschadet überstanden hatte, wurde sie in den vergangenen 15 Jahren mehrfach (1990, 1996) durch liberianische Bürgerkriegsparteien zerstört. Radio ELWA entstand nur noch als lokaler Sender. Überregionale christliche Sendungen werden seither über Trans World Radio aus Südafrika ausgestrahlt.

Seit 1997 sendet Radio ELWA wieder auf UKW, seit 2000 auf der Traditionskurzwelle 4760 kHz am unteren Ende des 60-m-Tropenbandes. Beide Sender wurden von der US-amerikanischen Radiomission HCJB World Radio hergestellt. 2003 wurde die Sendeanlage überholt, um eine größere Reichweite zu erzielen. Die Station sendete zu dem Zeitpunkt in zehn liberianischen Sprachen.
Bei Radio  ELWA Monrovia sind seit Jahrzehnten fast nur Afrikaner tätig, aktuell als Ausländer nur zwei Missionarsfamilien aus den USA und Südkorea. Zwar wurde die christliche Rundfunkstation von einheimischen Mitarbeitern wieder aufgebaut, doch geben die ausländischen Partner noch projekthafte Unterstützung. Die Mittel für den laufenden Betrieb werden seither durch Werbung, Ansagen und bezahlte Programme, aber auch lokale Spenden bestritten.

2007 Testsendungen von Radio ELWA Monrovia
Nach längerer Pause wurde Radio ELWA Monrovia wieder gemeldet. Die Station testet auf der alten Frequenz 4760 kHz einen neuen 5-kW-Sender von Elcor. Die Station wurde mehrfach mit dem Sendeschluss gegen 23.00 Uhr mit der liberianischen Hymne gehört, die Kerntestzeiten waren aber eher Mo-Sa 16.00-21.30 Uhr. Eine weitere Frequenz, die ab 28. Nov. 2007 getestet wurde, ist 6070 kHz. Nach Angaben von John Stanley, der den Sender einrichtet, haben viele lokale Radioempfänger das 5-MHz-Tropenband nicht (!), 6-MHz aber schon. Die Frage ist nun, ob man sich der Interferenz in dem für inter-nationale Rundfunksender vorgesehenen Band stellen kann. (John Stanley 19., 23., 28.11.2007)

Radio Veritas Monrovia

Radio Veritas Monrovia konnte wieder auf Kurzwelle gehört werden. Die katholische Station sagt 97,8 MHz für Monrovia an, aber tatsächlich auch die Kurzwellen, so dass hier offen-sichtlich wieder regelmäßig für das Land gesendet werden soll. Wie Stationsmanager Ledgerhood Rennie mitteilt, verfügt die Station über einen 10-kW-Sender, der aktuell aber nur mit 6 kW betrieben wird. Die internationalen Empfangsmeldungen beziehen sich durchweg auf auf 5470 kHz bis zum Sendeschluss um 23.00 Uhr. Morgens wird ab 6.00 Uhr auf 6090 kHz gesendet. Dafür bestehen in Europa, auch wegen der DRM-Sendungen auf 6085 und 6095 kHz, keine Empfangsaussichten.
 
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