| Kontakt
Radio PMR - Radio Pridnestrowje, ul. Rozy Luksemburg 10, 3300 Tiraspol http://radiopmr.org/about/27/Cetka-veshhaniya In der Absage des Programms wird zwar auch eine e-Mail-Adresse erwähnt, aber ausdrücklich um konventionelle Post an die Straßenadresse gebeten (Briefumschlag, Rückporto). |
Moldowa: Radio PMR (), der Sender der
abtrünnigen Region Pridnestrowje, hat am 2. Nov. 2010 einen neuen Sendeplan
eingeführt:
18.00-24.00: 6240 (Grigoriopol 300 kW, 309°) Mo-Fr 18.00 / 20.00 / 22.00 Russisch 18.30 / 20.30 / 22.30 Englisch 19.00 / 21.00 / 23.00 Französisch 19.30 / 21.30 / 23.30 Deutsch Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Die Sendungen in Deutsch, Englisch und Französisch sind inhaltlich identisch und werden nach den Nachrichtenanteilen mit Musik aufgefüllt. Die russische Sendung ist deutlich wortlastiger. (Eike Bierwirth 5.11., Wolfgang Büschel 7.11.2010 BCDX) |
Bei den vielen Konflikten in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion finden die Auseinandersetzungen in Moldawien bei uns nur wenig Beachtung. Das Land zwischen den Flüssen Pruth und Dnjestr war seit jeher umstrittenes Gebiet. Man braucht sich dafür nur in die Geschichte dieses Jahrhunderts zu vertiefen und bekommt ein Bild, das für die Konflikte auf dem balkanischen Fleckerlteppich nach dem Ende der Türkenherrschaft typisch ist. Interessanterweise liegt die eigentliche Moldau seit jeher in Rumänien, während das heutige Moldowa eigentlich mehr mit dem früheren Bessarabien identisch ist. Dieser Landstrich an der russisch-rumänischen Grenze war 1918 nach der russischen Revolution von Rumänien annektiert worden. Die Moldauische Autonome Sowjetrepublik wurde 1924 gegründet, um den bleibenden Anspruch der Sowjets auf das verlorene Gebiet anzumelden. 1940 wurde die Autonome Republik mit Bessarabien und anderen durch Ultimatum gewonnenen rumänischen Gebieten zur Moldauischen Sowjetrepublik zusammengelegt. Im Zweiten Weltkrieg wiederum konnte Rumänien das Gebiet 1941 bis 1944 zurückerobern, nur um es 1947 im Pariser Frieden endgültig an die UdSSR zu verlieren. Wenn also die einen heute den Anschluss Moldawiens an Rumänien betreiben, die anderen am liebsten zu Russland wollten und die dritten die Eigenständigkeit der Republik erhalten, dann werden nur alte Konflikte der Geschichte weitergeführt. Wegen der Annäherung der moldawischen Regierung an Rumänien sagte sich die mehrheitlich russisch-ukrainische Bevölkerung auf einem Landstreifen östlich des Dnjestr von Moldowa los und erklärte am 2. September 1990 die Unabhängigkeit als Pridnestrowje. Die von Moldowa abtrünnige Republik umfasst einen etwa 30 km breiten und 250 km langen Grenzstreifen zur Ukraine, in dem eher Russisch und Ukrainisch gesprochen wird. Für Moldawien freilich wäre der Verlust der Region ein schwerer Schlag, denn das Gebiet war der Industriestandort der früheren Sowjetrepublik.
Radio Dniester
International
Für deutschsprachige Hörer ist
dieses Gebiet durchaus reizvoll, denn der Sender der Separatisten wurde
ab März 1993 auch als "Radio Dniester International" mit Auslandssendungen
in deutscher Sprache gehört. Wer die Sendungen verfolgte, hatte den
Eindruck, als sei Pridnestrovye ein eigener Staat, obwohl es völkerrechtlich
noch zu Moldowa gehörte. Andererseits hat Russland die Region bereits
zu seinem besonderen Interessensgebiet ernannt.
"Unsere Station soll Europäern und
Amerikanern erklären, wie wir die Lage in Pridnestrovje sehen. Die
Anerkennung der Moldau-Republik Pridnestrovje ist unser Ziel. Außerdem
ist es immer besser, mehr als nur eine Seite eines Konflikts zu kennen."
So schreibt Chief Editor A. Komar in einem QSL-Brief vom Frühjahr
1994. Der Versuch der ehemaligen moldauischen Sowjetrepublik, die Schwierigkeiten
der Unabhängigkeit durch ethnischen Nationalismus der Mehrheit zu
lösen, habe zwangsläufig zur Abspaltung der multikulturellen
Region östlich des Dnjestr führen müssen. A. Komar schreibt
weiter: "Moldowa hat im Sommer 1992 versucht, unsere Republik militärisch
zu unterdrücken. Der Krieg hat, wie jeder Bürgerkrieg, zu nichts
geführt. Jetzt geht der politische Druck von Moldowa weiter. Moldowa
versucht, jede Information über unsere Republik zu verhindern."
Radio Pridnestrowje
Nach einer Unterbrechung von mehr als
fünf Jahren war Radio Pridnestrowje 2003 wieder mit einer Sendung
in Deutsch zu hören. Ausgestrahlt wurde sie zunächst montags
und mittwochs ab 16.20 Uhr innerhalb eines zwischen 16.00-16.40 Uhr Weltzeit
auf 5960 kHz laufenden Programmblocks.
In einer jüngsten Abstimmung, an der
sich nach Angaben der Wahlkommission 78 Prozent der Berechtigten beteiligt
haben, sollen sich 97 Prozent für die Unabhängigkeit von Moldawien
und den Anschluss an die russische Föderation ausgesprochen haben.
(DLF 18.9.2006)
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Dr. Hansjörg Biener 0405
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