© Dr. Hj. Biener
Außer einheimischen Stationen bemühen sich gut 40 internationale Rundfunksender um eine deutschsprachige Hörerschaft. So hat man oft das Ohr am Pulsschlag der Welt, auch wenn man nicht Englisch, Französisch oder eine andere Weltsprache spricht. Über aktuelle Entwicklungen berichten neben Hobbyfachzeitschriften verschiedene Mailinglisten und Homepages. Aktuelle Meldungen von Dr. Hansjörg Biener finden sich bei  www.kwrs.de bzw. werden über die e-Group Medien aktuell: Weltempfang verschickt.
Stimme Russlands
Kontakt
Stimme Russlands
25 ul. Pyatnitskaya,
Moskau,
113326 Russland,
www.vor.ru/German/german.htm
post-de @ vor.ru
"Sehr geehrte Hörer und Hörerinnen, fortan können Sie Ihren Brief an die Redaktion der Stimme Russlands kostenlos abschicken. Dazu genügt es, die Webseite unseres Rundfunksenders www.ruvr.ru zu öffnen, auf einem beliebigen Briefumschlag den speziellen Postaufdruck ftp://ftp.vor.ru/Video/DutchSpecial_env200807.pdf auszudrucken, Ihren Brief in diesen Umschlag zu stecken und in einen beliebigen Briefkasten in Ihrem Lande zu stecken. Eine Briefmarke ist dann nicht mehr erforderlich." (http://german.ruvr.ru/about.html)

Sendeplan

Winter 2011/12 

10.00-11.00: 9720 

10.00-13.00: 1431 1323 693 630 

11.00-13.00: 558 (Schweiz) 

11.00-13.00: 7325-DRM 

16.00-17.00: Fr-Mi 1431 693 630 

16.00-18.00: 558 (Schweiz) 1323 

16.00-19.00: 6040-DRM 

16.00-18.00: 9675-DRM 

16.00-18.00: 7220

17.00-18.00: 1431 693 630 

18.00-19.00: 6145-DRM 

18.00-20.00: 630 1323 1431 7310

19.00-20.00: 693 558 (Schweiz) Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm

Die Stimme Russlands hat durch den Sendebeginn der Schweizer Mittelwelle Monte Ceneri Cima di Dentro 558 kHz (200 kW) folgenden Sommersendeplan 2011 in Deutsch:

09.00-12.00: 1431 (Dresden 250 kW) 1323 (Wachenbrunn 1 MW, Sa 11.00-12.00 Wartungspause) 693 (Oranienburg 250 kW) 630 (Königslutter 100 kW)

09.00-10.00: 11655 (Lviv Krasne UA 300 kW, 278°)

10.00-12.00: 558 (Monte Ceneri Cima di Dentro CH 200 kW)

10.00-12.00: 9850-DRM (Kaliningrad RU 15 kW)

15.00-19.00: 1323 12010 (Samara 250 kW)

16.00-19.00: 1215 (Kaliningrad 1,2 MW)

15.00-17.00: 9870-DRM (Moskau 40 kW)

15.00-17.00: 1431 693 630 (alle Do 15.00-16.00 Sendepause) 558

17.00-18.00: 9750-DRM

18.00-19.00: 1431 693 630 558

Uhr Weltzeit (+2=MESZ) Frequenz (Sender) Programm 

Mit dabei sind auch Sendungen im digitalen Modus von Digital Radio Mondiale, der mit bisherigen Kurzwellengeräten nur als Rauschen empfangen wird.

Nach der Ermordung des Zaren, dem Bürgerkrieg und dem Sieg der Kommunisten war die Sowjetunion vom Rest der Welt isoliert, und die Säuberungswellen in den 20er Jahren taten ein Übriges für ein schlechtes Erscheinungsbild im Ausland. Ein Weg, die Isolation zu durchbrechen, wurde die 1917 begonnene Nutzung des Rundfunks.
 

Schnittfehler im Original
Radio Moskau bis zum 2. Weltkrieg
Am 29. Oktober 1929 (7. November 1929) begannen mit einer Reportage von den Revolutionsfeierlichkeiten auf dem Roten Platz die Auslandsendungen von Radio Moskau. Zugleich war die Reportage mit Egon Erwin Kisch am Mikrophon die erste Sendung in Deutsch. Gemäß der kommunistischen Lehre diente Radio Moskau nicht der vermeintlich neutralen Information, sondern der klaren Stellungnahme für den Kommunismus und der moralischen Unterstützung von Kommunisten im Ausland.
In den Jahren des zweiten Weltkriegs verstand sich Radio Moskau, so ein Rückblick 1979, als "Quelle wahrheitsgetreuer Information, die Hoffnung und Zuversicht einflößte, daß es einen friedliebenden und demokratischen deutschen Staat geben wird. Getreu der prinzipiellen Haltung der Sowjetunion hatte der Moskauer Rundfunk einen klaren Trennungsstrich zwischen dem Hitlerregime und dem deutschen Volk gezogen."
Radio Moskau bis zu Glasnost und Perestroika
Nach dem Weltkrieg wurde Radio Moskau einer der Global Player im Ost- West-Konflikt. Dies schlug sich in der Vielfalt der Sprachen und dem hohen Programmausstoß nieder, aber auch im deutschen Programm, das für viele Jahre nach Zielgebieten differenzierte. Programme für Österreich gab es schon seit den dreißiger Jahren. Am 7. Januar 1958, als in der DDR die deutsch-sowjetische Freundschaftsgesellschaft gegründet wurde, brachte Radio Moskau die erste Sendung der "Stimmen der Freundschaft" für die DDR. Der Ost-West-Konflikt zeigte sich auch im Tonfall der politischen Programme, in den Hörerpostsendungen und in der Funkuniversität. In ihr konnten interessierte Hörer und Hörerinnen unter anderem Marxismus-Leninismus studieren. Noch einmal ein Zitat aus dem Rückblick auf 50 Jahre deutsche Sendungen 1979: "Radio Moskau betrachtet es heute als sein wichtigstes Anliegen, zum Ausbau der internationalen Zusammenarbeit in Europa beizutragen. Unsere Sendungen über das Leben der sowjetischen Menschen und über die Arbeit beim Aufbau einer kommunistischen Gesellschaft dienen der Völkerverständigung." West-Deutsche mögen es nur schwer ertragen haben, ständig auf der Anklagebank zu sitzen, war es doch immer die Bundesrepublik, die eine Revision der Geschichte anstrebte, politische und soziale Minderheiten unterdrückte und weltweit als williger Vasall der Amerikaner fungierte. 
Das Maskottchen der Olympischen Spiele von 1980. Sie wurden vom Westen boykottiert, der damit gegen den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan protestierte.
Die neunziger Jahre
Auch in der Zeit der neuen Offenheit unter Michail Gorbatschow unterschieden sich die Ansichten von Radio Moskau und den westlichen Auslandssendern noch deutlich. 
Echtes Zittern in der Stimme konnte man freilich 1990 mitverfolgen, als alte Eliten gegen Gorbatschow putschten und Jelzin die letzte Bastion gegen die Rückkehr alter Zeiten war. Der Zusammenbruch des Putsches und das nachfolgende Ende der Sowjetunion bedeutete auch eine neue Situation für Radio Moskau bzw. die Stimme Russlands, wie der Auslandsdienst bald hieß. Die finanziellen Probleme der postsowjetischen Zeit beendeten den Versand von Souvenirs und Zeitschriften. Sogar Sende- und Programmpläne konnten nicht mehr regelmäßig gedruckt und verschickt werden. Zahlreiche Sprachdienste wurden aufgegeben. 
Auch der deutsche Dienst arbeitet seither unter schwierigen Bedingungen. Trotzdem konnte man der Situation noch eine humorige Seite abgewinnen. Als im Herbst 1993 alle bis Anfang der neunziger Jahre gedruckten Rubelscheine amtlich eingezogen wurden, bot Radio Moskau die Rubel seinen Hörern als Souvenir an.

Religiöse Sendungen
Seit 1993 kommen im Programm der Stimme Russlands auch religiöse Programme, die als Geldquelle den Bestand sichern. Für diese Sendungen wurde das "Programm für Österreich" auf 15 Minuten gekürzt, was der Moderator am 3. April 1993 so kommentierte: "Wir müssen leider die Sendezeit den religiösen Sendungen einräumen, um zu überleben." Dem Frühjahr-Sommer-Programmheft gab Radio Moskau einen Fragebogen über das Gesamtprogramm bei, in dem auch nach der Bewertung der religiösen Sendungen gefragt wurde.
Mittlerweile sind die religiösen Programme fest etabliert. Dabei handelt es sich um christliche Sendungen, aber auch um Programme der Neureligion Universelles Leben, die christliche und östliche Elemente aus der Perspektive des Mediums Gabriele Wittek verbindet.

2010
Die Stimme Russlands bringt ihre deutsche Mittagssendung seit dem 1. Juni 2010 auch wieder auf einer analogen Kurzwelle (09.00-10.00 Uhr Lviv Krasne-UKR 11655 kHz). Im Hörerbriefkasten von und mit Natascha Petrowa wurde das am 17. Juni von bekannten Kurzwellenfreunden ausführlich kommentiert:
„Es freut uns, dass Sie, liebe Hörer, unsere neue analoge Kurzwellenfrequenz sofort bemerkt haben.
In diesem Zusammenhang schreibt Herr Wolfgang Büschel aus Stuttgart Folgendes: Liebe Mitarbeiter vom deutschen Dienst der Stimme Russlands. Ich habe Ihre Sendungen nach vielen Monaten Stille wieder gefunden. Es ist eine vorzügliche Idee um 1100 Uhr MESZ wieder im 25 Meterband zu senden. Ich höre Sie jetzt wieder auf der Kurzwelle 11655 kHz. Das Signal kommt hier in Stuttgart in Süddeutschland sehr gut herein. Ich hörte ihre Sendungen - damals Radio Moskau - seit Mitte der 50ziger und habe in den 55 Jahren ihre Sendungen oft verfolgt, überwiegend auf den Kurzwellen von Radio Moskau. Hiermit sage ich Ihnen besten Dank für die Wiedereinführung der Kurzwelle für das deutsche Programm der Stimme Russlands. Ich wünsche Ihnen auch zukünftig viel Erfolg beim deutschen Publikum mit Ihren interessanten Aussendungen.
Herr Walter Eibl aus Erlangen äußerte sich ganz kurz über die Einführung der  neuen analogen Kurzwelle in der Sendestunde 11.00-12.00 MEZ: Liebe Redaktion,..... endlich ist mal wieder eine Kurzwellenfrequenz zu dieser Zeit aufgeschaltet worden, mit Mittelwelle oder gar DRM kann ich hier nix anfangen.
Unser ständiger Hörer Herr Bernd Seiser aus Ottenau hat uns sofort einen Empfangsbericht für die neue Frequenz geschickt. Er schreibt aber dazu: Durch Zufall habe ich mit großer Freude am Vormittag wieder die Stimme Russlands mit dem deutschen Programm empfangen. Seit wann wird denn um 9.00 UTC wieder auf der analogen Kurzwelle gesendet und warum haben Sie die Hörer nicht über diese erfreuliche Empfangsmöglichkeit informiert? Sehr geehrter Herr Seiser, auf der analogen Kurzwellenfrequenz senden wir  seit dem 1.Juni. Darüber haben wir unsere Hörer sowohl per Funk als auch per Internet sofort informiert. In der vorigen Briefkastensendung habe ich darüber auch gesprochen.
Und noch einige Zeilen aus dem Brief von Herrn Peter Vägler aus Strahlsund. Er schreibt: Liebe Freunde in Moskau, ich begrüße es sehr, dass die Stimme Russlands nun auch am Vormittag wieder auf einer Kurzwellenfrequenz zu empfangen ist. [...] Da ich in den nächsten Tagen Geburtstag habe, würde ich mich freuen, wenn Sie auf der QSL-Karte des nachfolgenden Empfangsberichtes den Senderstandort vermerken könnten. Laut Ihrer Auflistung auf der Homepage kommt die Sendung über ein Relais aus der ukrainischen Stadt Lwow. Das tun wir gerne, sehr geehrter Herr Vägler. Wir übermitteln unsere herzlichen Glückwünsche und Grüße zu Ihrem Geburtstag. Seien Sie gesund und glücklich! Von uns bekommen Sie ein Musikgeschenk. Wir bringen für Sie ein russisches Volkslied, gesungen von der berühmten russischen Sängerin Ljudmila Sykina und hoffen,  Ihnen damit eine kleine Freude zu bereiten. [...]“
(http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/4002860/10013786)
 
© Dr. Hansjörg Biener 0103
letzte Bearbeitung 1105
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