© Dr. Hj. Biener
Außer einheimischen Stationen bemühen sich gut 40 internationale Rundfunksender um eine deutschsprachige Hörerschaft. So hat man oft das Ohr am Pulsschlag der Welt, auch wenn man nicht Englisch, Französisch oder eine andere Weltsprache spricht. Über aktuelle Entwicklungen berichten neben Hobbyfachzeitschriften verschiedene Mailinglisten und Homepages. Aktuelle Meldungen von Dr. Hansjörg Biener zum internationalen Rundfunk finden sich hier bzw. werden über die e-Group Medien aktuell: Weltempfang verschickt.

Stimme der Türkei
 
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Türkiye'nin sesi Radyosu - deutscher Dienst
Postfach 333
TR-06443 Yenisehir Ankara, Türkei
deutsch @ trt.net.tr
 
Diese QSL-Karte gab es im Jubiläumsjahr 1998 als Dank für Empfangsberichte.
QSL-Karte von 1998: Kemal Pascha Atatürk
Sendeplan
Winter  2004/05 05/06 06/07 07/08 08/09 09/10
12.30-13.30: 17700 kHz
18.30-19.30: 7205 kHz
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz 
Sommer 2005 2006 2007
11.30-12.30: 13760 kHz 
17.30-18.30: 13640 kHz
Uhr Weltzeit (+2=MESZ) Frequenz
Sommer 2008 2009 2010
11.30-12.25: 13760
17.30-18.25: 11835
Uhr Weltzeit (+2=MESZ) Frequenz 

QSL-Karte von 1998: Weihnachtsmannundatiere QSL-Karte: Gold

Zur Geschichte
Wie in vielen Ländern begann das Radiozeitalter in der Türkei Mitte der zwanziger Jahre. Die ersten Funkversuche fanden in Istanbul, Ankara und Izmir statt. Im Februar 1926 wurde das Rundfunkmonopol an die Post übertragen, und im folgenden Jahr bekam eine Aktiengesellschaft, an der auch die Post beteiligt war, eine Sendelizenz für zehn Jahre. Nach dem Ablauf der Konzession übernahm der Staat die direkte Kontrolle über den Rundfunk.

undatierte QSL-Karte: SouvenirsQSL-Karte von 1992: Karaffe

Als am 10. November 1938 der türkische Auslandsdienst begann, waren die ersten Fremdsprachen Englisch, Französisch und Deutsch. Die hier spürbare Westorientierung der Türkei geht auf Kemal Atatürk zurück, der aus den Resten des im Ersten Weltkrieg untergegangenen Osmanischen Reiches einen lebenskräftigen Nationalstaat nach westlichem Vorbild schaffen wollte. Ironie der Geschichte: Der erste Sendeinhalt war die Nachricht vom Tod des Republikgründers Mustafa Kemal (Saloniki 1881-Istanbul 1938). Der als Atatürk verehrte Präsident hatte nach Ausrufung der Republik 1923 das Land auf einen radikalen Westkurs gebracht: Das Sultanat und das Kalifat wurden abgeschafft, die arabische Schrift durch die lateinische ersetzt, Koranschulen verboten, westliche Kleidung durchgesetzt, das Schweizer Zivilrecht eingeführt.

Die Türkei wurde im Zweiten  Weltkrieg von den Achsenmächten ebenso umworben wie von Großbritannien und Frankreich, blieb aber bis auf die letzten Kriegsmonate neutral. Dass die Türkei in den dreißiger und vierziger Jahren deutschen Intellektuellen Zuflucht bot, ist nicht nur immer wieder Stoff für Sendungen, sondern manchmal auch Hinweis in Kommentaren, die sich gegen den Vorwurf mangelnder demokratischer Orientierung in der Türkei wehren.

Über viele Jahrzehnte suchte die Türkei Nähe zum Westen, auch wenn es ständig mit EG und NATO wegen undemokratischer Regierungsformen und wegen der Kurdenfrage Probleme gab. Trotzdem gibt es immer noch eine "EU-Agenda", wie eine der Sendungen im deutschen Programm heißt. In den neunziger Jahren hat die Westorientierung jedoch Konkurrenz bekommen. Im selben Jahr 1989, als der Fall der Berliner Mauer den Fall der kommunistischen Systeme einläutete, wurde das Beitrittgesuch zur EG abgelehnt. Der Zusammenbruch der Sowjetunion hat im Kaukasus und in Zentralasien neue Staaten entstehen lassen, die mit der Türkei durch den Islam, gemeinsame ethnische Wurzeln und verwandte Sprachen verbunden sind. Für die türkische Wirtschaft und Politik ergaben sich hier die Chancen zu neuen Einflusszonen, und die Türkei arbeitet aktiv an einer Rolle als Regionalmacht im Nahen Osten und in Mittelasien.

QSL-Karte von 1998: FrauQSL-Karte von 1998: Frau

Viele Programme werden zentral vorbereitet und dann übersetzt. Neben den Sendungen die für Auslandssender typisch sind, gibt es auch Sendungen, die den türkischen Standpunkt zu internationalen Debatten beitragen. Beispiele sind im zweiten Halbjahr 2006 die Sendungen "Armenier-Frage: Gestern und heute", "Wer sind diese Terroristen" und "Getrennt auf einer Insel" (Zypern).
Einige Programme werden von vorneherein in Deutsch geschrieben. So gibt es  seit 1992 eine eigene Berichterstattung über "die Beziehungen der Türkei und der deutschsprachigen Länder". Seit Januar 1994 heißt die Sendung "Aktivitäten der Türkei mit deutschsprachigen Ländern". Neu im ersten Halbjahr 2001 ist zum Beispiel die Sendereihe über "Türkische Mitbürger in Deutschland". Weitere Anknüpfungspunkte bieten der Tourismus, aber auch das deutsch-türkische Zusammenleben in der Türkei. Immerhin etwa 100000 deutschsprachige Menschen leben dauerhaft in der Türkei, meist Frauen, die mit einem Türken verheiratet sind, aber auch Mitarbeitende von Firmen, die für einige Jahre in die Türkei versetzt wurden.

Die bisherige Leiterin der deutschen Redaktion, Engin Asena, ist zur neuen Leiterin der Fremdspachenabteilung der Stimme der Türkei ernannt worden. Ihre Nachfolgerin als Leiterin der deutschen Redaktion ist seit dem 8. März 2005 Dr. Ufuk Gecim.

QSL-Karte von 1996: AtatürkdammQSL-Karte von 1997: Hafenszene

Tourismus Radio
Die deutsche Redaktion der Stimme der Türkei sendet zweimal täglich für Mitteleuropa, ist aber auch für Nachrichten beim seit 1990 bestehenden Tourismussender im Inland zuständig. Tourismus Radio (turizmradyosu@trt.net.tr) sendet aus Antalya / Lara in Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch und Russisch auf dem Türksat 1C (11 096-V-SR27500-FEC 3/4) im TRT-Digitalbouquet. Terrestrisch werden folgende Sendegebiete versorgt: Antalya 92,1 MHz, Ankara 100,3 MHz, Alanya 94,4 MHz, Ayvalik 101,1 MHz, Bodrum 97,4 MHz, Fethiye 103.1 MHz, Istanbul 101,6 MHz, Izmir 101,6 MHz, Kalkan 105,9 MHz, Kapadokkien 103,0 MHz, Kusadasi 101,9 MHz, Marmaris 101,0 MHz, Pamukkale 101,0 MHz und Trabzon 101,5 MHz.
„Ziel unseres Tourismus Radios ist es, den Türkeiurlaubern die historischen Eigenschaften unseres Landes bekannt zu machen und ihnen aktuelle Informationen über Wetter, Verkehr, Wechselkurse, Hotelpreise zu geben. Ferner bringt unser Sender Nachrichten aus der Türkei und der Welt sowie Musik, um den Türkei-Urlaubern einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen.“
Der Sendeablauf (Ortszeit) sieht folgendermaßen aus: Musikrotation, 8.30 Uhr Nachrichten (Englisch, Französisch, Deutsch), 8.40 Uhr Live-Programm (Englisch, Deutsch, Russisch), 10.30 Uhr Nachrichten (Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch, Griechisch), 10.45 Uhr Live-Programm (Englisch, Deutsch, Russisch), 12.30 Uhr Nachrichten (Englisch, Französisch, Deutsch, Griechisch, Russisch), 12.45 Uhr Live-Programm (Englisch, Deutsch, Russisch), 15.00 Uhr Nachrichten (Englisch, Französisch, Deutsch, Griechisch, Russisch), 15.15 Uhr Live-Programm (Englisch, Deutsch, Russisch), 18.30 Uhr Nachrichten (Englisch, Französisch, Deutsch, Griechisch, Russisch), 18.45 Uhr Live-Programm (Englisch, Französisch), 21.30 Nachrichten (Englisch, Französisch, Deutsch, Griechisch, Russisch), 21.45 Uhr Live-Programm (Englisch, Griechisch), 23.58 Uhr Programmablauf. (Stimme der Türkei-Programmheft 1.7.-31.12.2005)

2010 Istanbul Kulturhauptstadt
Als Hauptstadt dreier Imperien, „dem römischen, byzantinischen und osmanischen“ beschreibt das jüngste Programmheft 2010 der Stimme der Türkei die europäische Kulturhauptstadt 2010, Istanbul. „Demzufolge waren es Menschen aus unterschiedlichen Rassen, Sprachen, Religionen und Glauben, die sich hier sammelten und beisammen lebten. Neben Werken, die mit der Kultur der Koexistenz gemischt sind und ineinander greifende künstlerische Elemente aufweisen, sowie historisch-kulturellen Monumenten von majestätischem Ausmaß, sind es auch Naturschönheiten, die Istanbul zu Istanbul machen.“ Auf Stadt und Geschichte geht die ganzjährige Serie „Istanbul, Istanbul“ ein, die sonntags ausgestrahlt wird.

Informationen zur politischen Bildung
isoplan Saarbrücken mit finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Migration:
Schwerpunktheft: "Türken in Deutschland - Türkei in Europa" von "Integration in Deutschland" 21,2005,1.
In dem Türkei-Schwerpunkt werden neben der Geschichte der türkischen Einwanderung, Grundinformationen zu aktuellen Kontroversthemen wie Arbeitsmarkt, familiärer Gewalt, Islam und kultureller Integration angesprochen.
Der Informationsdienst "Integration in Deutschland" ist für Multiplikatoren kostenlos. Multiplikatoren wie Lehrer oder Journalisten können mit Angabe ihrer Tätigkeit das Heft bestellen.
Adresse: isoplan consult, Martin-Luther-Straße 20, 66111 Saarbrücken, e-Mail aid @ isoplan.de
Die Materialien stehen auch online bei www.isoplan.de/aid/ bereit.

Qantara.de jetzt auch auf Türkisch
Das Online-Magazin Qantara.de – Dialog mit der islamischen Welt (www.qantara.de) erweitert zum 12. Februar 2007 sein bisher drei-sprachiges Angebot um eine türkische Sprachversion. Autoren aus Deutschland, der Türkei und der arabischen Welt eröffnen einen neuen Blickwinkel – in Hintergrundberichten, Essays, Kommentaren, Analysen, Interviews, Briefwechseln und Porträts aus den Bereichen Politik, Gesellschaft und Kultur.
Qantara.de wird von der Deutschen Welle, dem Goethe-Institut, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Institut für Auslandsbeziehungen getragen und arbeitet am Dialog der Kulturen, ohne strittige Fragen auszuklammern. Das Magazin ist seit März 2003 in den Sprachen Deutsch, Englisch und Arabisch online und wird vom Auswärtigen Amt im Rahmen des „Europäisch-Islamischen Kulturdialogs“ finanziert.
Das türkischsprachige Angebot www.qantara.de/tr entsteht im Rahmen der „Ernst-Reuter-Initiative für Dialog und Verständigung zwischen den Kulturen“, die im September 2006 von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und dem türkischen Außenminister Abdullah Gül ins Leben gerufen wurde. Ziel der Initiative ist es, gemeinsam mit Partnern aus Wirt-schaft, Medien, Bildung und Wissenschaft die deutsch-türkische Zusammenarbeit – insbesondere in den Bereichen Medienkooperation, Jugendaustausch, Integration und Wissenschaft – zu intensivieren. (DW-Pressemitteilung 026/07 7.2.2007)
 
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