© Dr. Hansjörg Biener
Religiösen Sendungen hört man oft die Herkunft nicht an. Noch mehr als bei der Morgenfeier oder Andacht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt das dort, wo religiöse Anbieter Sendezeit kaufen oder eigene Sender und Programme aufbauen. Nicht jeder katholische Anbieter ist auch die Stimme der römisch-katholischen Amtskirche. Noch weniger gilt bei protestantischen Radio- und Fernsehsendungen, dass sie mit einer traditionellen evangelischen Volks- oder Freikirche verbunden sind. Diese Internetseiten sollen zu ein wenig mehr Klarheit führen.  Für regelmäßige Informationen über die Senderszene gibt es »Medien aktuell: Kirche im Rundfunk«. Buch zur Grundinformation über die internationale Senderszene-Buch zur Grundinformation über die deutschen Radiomissionen

Tanzania
 
Redio Sauti ya Injili
P.O.Box 777
Moshi
Tanzania
www.sautiyainjili.org

Redio Sauti ya Injili hat seit 1964  Kurzwellensendungen in KiSwahili, zunächst bei der lutherischen Radio Voice of the Gospel aus Addis Abeba und nach deren Verstaatlichung seit 1977 über Trans World Radio. Nach der Öffnung Tansanias für Privatfunk hat auch die lutherische Kirche Tansanias eine Sendelizenz beantragt und bekommen.

Mitarbeiter der noch in die Zeiten der lutherischen Afrika-Station Radio Voice of the Gospel zurückgehenden tansanischen „Stimme des Evangeliums“ (www.sautiyainjili.org) erwägen, DRM als Zuspielung für UKW-Sendungen einzusetzen. Nach der Verstaatlichung der Radio Voice of the Gospel sendete man über TWR Swaziland. Der Sendeumfang ist aber in den letzten Jahren stark abgebaut worden und umfasst im wesentlichen noch eine halbe Stunde abends. Die Evangelisch Lutherische Kirche in Tanzania betreibt inzwischen in Nordtansania 7 kleine UKW-Sender mit  etwa 18 Stunden täglichem Programm. Gerne würde die Kirchenleitung das Empfangsgebiet auf ganz Tanzania ausweiten. Das bestehende Sendernetz kommt aber an die Grenzen für den Ballempfang. Da die Kirche in dem bettelarmen Land nur knappe Finanzmittel hat, kommt die Anmietung eines Satellitenkanals nicht in Frage. Internet ist zu unzuverlässig, so dass man nun einen DRM-feed auf Kurzwelle in Betracht zieht. (Martin Ahnert)
 

 
 
Der Sender in Kidia läuft auf Solarstrom. Während der Regenzeit machten sich Diebe an der Sendeanlage zu schaffen und stahlen vier Solarpaneele. Den Schäden zufolge muss es zu einem Unfall gekommen sein, ob es aber Personenschäden gab, bleibt offen. Eine Reparaturcrew von Sauti ya Injili ersetzte die Panele und die abgeknickte Halterung. Außerdem wurde die Bewachung verstärkt.

 


1994 Ein Besuch bei Redio Sauti ya Injili

Moshi im Oktober 1994. "Redio Sauti ya Injili" steht auf dem verwitternden Schild am Eingang des Geländes, auf dem drei unscheinbare weißblaue Flachbauten eine der wichtigsten christlichen Radioarbeiten Afrikas beherbergen. Die Einrichtung am Fuß des Kilimandscharo entstand 1964, um Sendungen für den in Äthiopien ansässigen Kurzwellensender des Lutherischen Weltbundes zu produzieren. Nach dessen Verstaatlichung 1977 mussten die Sendungen auf andere Sender verlegt werden, und so arbeitet die Radio Stimme des Evangeliums heute mit der Kurzwellenstation von Trans World Radio in Swaziland zusammen. Über einen 100-kW-Kurzwellensender sendet man heute anderthalb Stunden täglich in KiSwahili, das in ganz Ostafrika gesprochen und verstanden wird. Die überregionale Bedeutung wird auch daran sichtbar, dass die Lutherische Kirche im Nachbarstaat Zaire durch diese Rundfunksendungen entstand. Wie die Hörerforschung ermittelte, hat man eine Millionen-Hörerschaft. Auffallend an den Zahlen, die man mir zeigt, ist der hohe Anteil von alleinlebenden Hörern und Hörerinnen: Etwa die Hälfte lebt in einem Einpersonenhaushalt.
Bis heute hat Redio Sauti ya Injili die seinerzeit für internationale religiöse Sendungen revolutionäre Aufteilung des Programms in 30% Religion und 70% andere Elemente wie Bildung, Erziehungstips und Medizin. In Moshi arbeiten zehn Produzenten und drei Techniker an der Organisation und sendefertigen Zusammenstellung. Man ist stolz darauf, das Programm aus eigener Kraft zu bestreiten: Nicht nur werden alle Sendungen im eigenen Haus erarbeitet; Vielmehr ist in Gestalt der Pastoren, Ärzte und Chöre die ganze Evangelisch-Lutherische Kirche Tansanias (ELCT) beteiligt. "Man soll wissen können, welche Kirche hinter diesen Sendungen steht", so der stellvertretende Leiter der Station, Calvin Kimangaro Lyaro. Die Befriedigung wird auch verständlich, wenn man die Praxis bei religi”sen Sendungen in anderen afrikanischen Sprachen vergleicht. Oft genug werden hier Serien vorproduziert und nach einer gewissen Zeit dann wiederholt. Die ELCT hingegen hat für jeden Tag ein auf dieses Datum zugeschnittenes und mit dem lutherischen Kirchenkalender koordiniertes Programm. Einzelne Programmteile werden nur dann wiederholt, wenn die Hörerreaktionen dies nahelegen.
Anderson Mmbando, einer der Techniker der Station, ist ganz begeistert, wenn er vom neuesten Projekt der Radioarbeit berichtet. Erstmals wird Redio Sauti ya Injili einen eigenen Sender im Land bekommen. Die Sendelizenz ist schon da, eine einfache Grundausstattung für das Studio auch, und Anfang 1995 will man einen UKW-Sender auf dem Kilimandscharo in Betrieb nehmen. Der Sender soll der erste einer schließlich landesweiten Senderkette werden. Der Standort auf dem höchsten Berg Afrikas wird die Versorgung von Nordtansania ermöglichen, aber auch Empfang in Kenia, wo es ebenfalls eine ELCT-Partnerkirche gibt. Ein Problem wird allerdings die Senderpflege sein: Bei Problemen muss man sich zu einer mehrtägigen Expedition aufmachen.
Die Evang.-Luth. Kirche in Tansania und in Bayern haben eine enge Partnerschaft. Aus Deutschland kann die Station deshalb über das Missionswerk Bayern unterstützt werden, das den Rundfunktechniker Martin Ahnert nach Moshi entsandt hat und regelmäßig für diese Arbeit wirbt.

Photos:
1. Der Eingang zu einer der wichtigsten christlichen Radioarbeiten Afrikas.
2. Drei unscheinbare Flachbauten sind die Heimat der "Radio Stimme des Evangeliums"
3. Ein Blick auf den Kontrollraum des großen Studios
4. Das Behelfstudio, in dem die UKW-Sendungen produziert werden sollen
5. Das Musikarchiv
6. Der Werkstattraum
 


Partnerschaft von Radio Horeb mit Radio Maria Tansania
Im Rahmen eines Partnerschaftsprogramms unterstützt Radio Horeb den Ausbau von Radio Maria Tansania. Die Station nahm am 27. April 1996 in Songea seinen Betrieb auf und sendet seither auf 89,1 MHz (500 W, etwa 70 km Reichweite) für den Einzugsbereich der römisch-katholischen Erzdiözese von Songea.
Im Oktober 2003 wurden in Dar es Salaam neue Räumlichkeiten bezogen. Mit der Verlagerung in die wirtschaftliche Hauptstadt Tansanias, begann eine deutliche Ausweitung der Arbeit. Heute kann das von Programmdirektor Camillus Nikata verantwortete Programm in zwölf Provinzen flächendeckend gehört werden, was fast der Hälfte der Gesamtfläche des Landes entspricht. Etwa ein Viertel der Bevölkerung des Landes gehört zu einer der vier Erzdiözesen und 25 Diözesen der katholischen Kirche Tansanias. In den letzten Jahren haben in Tansania einige Privatsender den Betrieb aufgenommen, so auch 1994 Radio Tumaini, der Sender der Erzdiözese Dar es Salaam.
Radio Maria Tansania hat nach eigenen Schätzungen einige Millionen Zuhörer, davon viele Muslime. Aufgrund der Armut liegen die monatlichen Spendeneinnahmen des Senders jedoch nur bei durchschnittlich 2000 USD pro Monat. Nur wenige Menschen können mehr als einen Dollar spenden. Die Mehrzahl kann überhaupt nichts beisteuern. Einige Bauern geben Naturalien wie Mais, Reis, Bohnen, Bananen oder Eier, die später verkauft werden. Die monatlichen Betriebskosten belaufen sich auf ca. 8000 USD.
Bei der Feier des zehnjährigen Bestehens von Radio Horeb erhielt Camillus Nikata einen Scheck über 10.000 Euro. Bereits Ende 2005 hat Radio Horeb einen Teil seiner Spenden an Radio Maria Tansania weitergeleitet, so dass die Berichterstattung des Senders aus den Diözesen durch mobile Studios intensiviert werden konnte. Nun wurde ein eigenes Spendenkonto für Tansania eingerichtet: Liga-Bank Regensburg - Kto. 107615515 - BLZ 750 903 00.

Für 2007 plant Radio Maria die Erweiterung des Einzugsbereich auf zehn tansanische Verwaltungsregionen. Die katholische Station hat jetzt auch Senderechte für die Regionen Kilimanjaro, Singida, Rukwa, Mtwara und Lindi.
Im Juli soll die Sendeausrüstung in Dar es-Salaam ankommen und dann bis Ende 2007 aufgestellt werden, so dass Radio Maria dann im Gebiet von 18 Diözesen der römisch-katholischen Kirche gehört werden kann.

Bis April 2008 sollen die Arbeiten an den Sendeanlagen für Kilimanjaro, Singida, Rukwa und Mtwara abgeschlossen sein. Der Einzugsbereich von Radio Maria Tansania umfasst dann 16 katholische Diözesen auf 60 Prozent des Landes.
 
 
© Dr. Hansjörg Biener 0508
letzte Bearbeitung 0801
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