Radio
Serbien
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Radio Serbien Hilandarska 2 /IV 11000 Beograd, Jugoslawien, Telefon +381 11 32 44 455, Telefax +381 11 32 32 014, http://www.glassrbije.org/index.php Sommer 2010
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Radio Belgrad meldete sich am 8. März 1936 erstmals auf Kurzwelle. Unmittelbarer Anlass zur Gründung war die Notwendigkeit, sich der faschistischen Propaganda aus den Nachbarländern entgegenzustellen. Damals sendete man in Deutsch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Serbisch und Ungarisch. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg kamen Albanisch, Rumänisch, Slowakisch und Türkisch hinzu. Im Weltkrieg blieb Jugoslawien zunächst neutral, konnte sich aber nicht dauerhaft dem Krieg entziehen. Ab 1941 war auch Jugoslawien Kriegsschauplatz. Im November 1941 begann ein Sender "Freies Jugoslawien" zu arbeiten. Er sendete sein Programm bis 1945 aus Ufa im Ural.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Jugoslawien jahrzehntelang von dem früheren Führer der kommunistischen Partisanen Tito regiert. Die komplizierte Gemengelage von Nationalitäten und Religionen versuchte er durch eine Bundesrepublik Jugoslawien zu neutralisieren. Die föderative Struktur konnte aber nicht davon ablenken, dass Jugoslawien nur durch straffe Führung zusammengehalten wurde.
Durch Beschluss der Regierung der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien wurde Radio Jugoslawien gegründet, das in diesem Status bis Januar 1954 tätig war, als Radio Beograd wieder die Ausstrahlung des Auslandsprogramms übernahm.
Die Chronik (1.8.-15.1956), in: Rundfunk und Fernsehen 4,1956,4, S. 412-428, S. 420, vermerkte: Am 1. Februar 1954 wurde „Radio Jugoslawien“ durch „Radio Beograd“ ersetzt, das zunächst nicht mehr in Deutsch sendete. Ende Juli 1956 führte der „Radio Belgrad“ dann auch wieder 45 Minuten in Deutsch ein. Die beiden Sendungen wurden schon damals auf den heute noch für den Belgrader Auslandsdienst bekannten Frequenzen 6100 und 7200 kHz ausgestrahlt.
Im Februar 1945 nahm ein erster 10-kW-Sender in Belgrad den Betrieb auf. 1947 folgte noch ein zweiter 10-kW-Sender. Ab 1951 stand am neuen Sendezentrum in Stubline bei Obrenovac ein neuer 100 kW-Sender zur Verfügung. In 1967/68 folgte noch einmal ein 100-kW-Sender. Der jugoslawische Auslandsdienst hatte die spannende Aufgabe, über ein Land zu berichten, das einen kommunistischen Weg unabhängig von Moskau und Peking suchte, Arbeitskräfte ins kapitalistische Ausland exportierte und sich aktiv in die Bewegung der Blockfreien einbrachte.
1987 wurde in Ost-Bosnien eine neue Großsendeanlage für Radio Jugoslavija fertig. In Jabanusa bei Bijeljina standen nun vier 500 kW-Sender und 43 Antennen zur Verfügung. 500 kW schienen in jenen Jahren das Maß der Dinge, doch wurden die Sender wie auch andernorts in der Regel nur mit halber Kraft betrieben. Der alte Standort Stubline sendete weiter auf der Stammfrequenz 7200 kHz ein Relais des Inlandsdienstes für Jugoslawen im Ausland. Ab 1991 strahlte Radio Jugoslawien auch ein 24-stündiges Programm auf UKW (100,4 MHz) für den Raum Belgrad und seine Umgebung aus.
Nach der Wende in Osteuropa wurde immer deutlicher, dass die Einheit Jugoslawien nicht zu wahren war. Nach der Lösung Sloweniens (friedlich) und Kroatiens (militärisch) aus dem Staatsverband 1991 war 1992-1995 Bosnien der Hauptkriegsschauplatz. Die deutschen Sendungen von Radio Jugoslawien waren in den neunziger Jahren eine gute Möglichkeit, die serbische Sicht der Dinge zu hören. Obwohl Bijeljina außerhalb Serbiens lag, blieb die Sendeanlage Radio Jugoslawien erhalten. Sie lag nämlich im serbisch kontrollierten Teil Bosniens, und zeitweise hatten auch die bosnischen Serben einen Auslandsdienst über Bijeljina.
Trotzdem verlegte man zwei 500-kW-Sender in serbische Stubline, die aber nicht mehr zum Einsatz kamen. 1999 wurde die Sendeanlage Stubline bei NATO-Luftangriffen zerstört und die Verbindung nach Bijeljina beschädigt. Trotzdem blieb Radio Jugoslawien über Bijeljina zu hören. Erst im August 2000 beendete die bosnische Regierung die jugoslawischen Sendungen aus Bijeljina, was auch ein Zeichen für die komplizierten Machtverhältnisse in Bosnien-Herzegowina sein mag. Radio Jugoslawien blieb nur das Internet.
Ab März 1997 war Radio Jugoslawien im Internet abrufbar. Auf seiner Webseite (www.radioyu.org) bringt Radio Jugoslawien Audio-Aufzeichnungen der Nachrichten in 6 Sprachen: Serbisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch und Spanisch. In Schriftform ist das Programm in dreizehn Sprachen abrufbar: Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch, Spanisch, Arabisch, Albanisch, Griechisch, Bulgarisch, Ungarisch, Italienisch, Chinesisch und Serbisch.
Aus Anlass seines Besuchs zum 65. Geburtstag der Station bezeichnete Präsident Vojislav Kostunica am 7. März 2001 die Wiederaufnahme der Kurzwellensendungen als vordringliches Anliegen. Im Frühjahr 2001 wurden zwischen der neuen serbischen Regierung und der bosnischen Regierung Verhandlungen zur Wiederbelebung der Kurzwellenstation Bijeljina geführt. Gut acht Monate nach dem Sendeende aus dem bosnischen Bijeljina nahm Radio Jugoslawien am 14. Mai 2001 die Sendungen aus Bosnien praktisch im alten Umfang wieder auf. In der Sendeeinleitung, die in den ersten Sendetagen täglich wiederholt wurde, führte die Direktorin von Radio Jugoslawien, Milena Jakic, die Sendepause auf "technische und formalrechtliche Probleme" zurück und versprach "objektive und rechtzeitige Information". Und wie die aktuellen Krisen in Kosovo und Mazedonien zeigten, gab es ganz sicher Bedarf dafür.
Serbien: Die Existenz
von Radio Jugoslawien in Frage gestellt.
Die Selbstständige
Gewerkschaft von Radio Jugoslawien (Internationales Radio Serbien) möchte
auf diese Weise die Öffentlichkeit über die sehr schwierige Situation
benachrichtigen, in der sich, nicht durch ihre Schuld, die Beschäftigten
in diesem Medienhaus nach 73 Jahren seines Bestehens befinden. Der Grund
für eine solche Situation ist nicht nur der undefinierte Status unseres
Hauses, sondern auch das unregelmäßige Finanzieren der Tätigkeit,
zu der auch die Auszahlung der Gehälter der Angestellten gehört.
Obwohl der Haushaltsausgleich
für 2009 angenommen wurde, hat die Öffentliche Bundesanstalt
Radio Jugoslawien immer noch keine offizielle Information über die
Höhe der jährlichen Budgetrate für die Tätigkeit des
Hauses bekommen. In Rücksicht darauf, dass das Finanzieren von RJ
im Budget als Subvention definiert wurde, befürchten die Beschäftigten
mit Recht, dass es zur pauschalen Kürzung der Jahresrate kommen wird,
was die Arbeit und Existenz des Hauses gefährden wird. Gemäß
dem vorigen Haushaltsausgleich für 2009 wurden die monatlichen Mittel
für RJ um 12% in Bezug auf die letztjährige monatliche Budgetrate
gekürzt, was zu Jahresbeginn die Kürzung der Gehälter der
Angestellten im gleichen Umfang als Folge hatte. Auf der anderen Seite
hat die unregelmäßige Überweisung der Mittel das Funktionieren
des Programms wegen
unbezahlter Schulden für
Strom, Satellit, Internet, Telefon, usw. gefährdet.
Falls man das Finanzieren
von RJ nicht im Budget der Republik Serbiens präzise definiert und
laut angekündigten Maßnahmen des Ministeriums die gesamte Jahresrate
um weitere 20% gekürzt wird, befürchten die Angestellten von
RJ mit Recht, dass die Existenz unseres Medienhauses ernsthaft gefährdet
wird, aber auch die Existenz ihrer Familien. Wir erwarten, dass die
zuständigen Institutionen der Republik Serbien, und in erster Linie,
dass das Kultusministerium und Minister Nebojsa Bradic das Problem, mit
dem wir konfrontiert sind, ernsthaft angehen und in kürzester Zeit
eine Lösung für das zukünftige Finanzieren von RJ anbieten,
welche sich nicht vom Finanzieren der Angestellten beim Kultusministerium
unterscheiden würde. Falls nicht, werden die Beschäftigten von
RJ gezwungen sein, ihren Kampf für die Existenz des Hauses zu radikalisieren.
Die Selbstständige
Gewerkschaft von Radio Jugoslawien appelliert auf diese Weise an die Kollegen
im In- und Ausland, sowie an die Hörer, die Bemühungen der Angestellten
von RJ zu unterstützen, um einen der ältesten Kurzwellensender
in der Welt zu erhalten. E-Mails zur Unterstützung können Sie
an die folgende Adresse senden: radioju @ sbb.rs.
http://www.glassrbije.org/ap/de/content/die-existenz-von-radio-jugoslawien-frage-gestellt
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Dr. Hansjörg Biener 0105
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